Forst Pfau

Gassen für den Hauberg, Brennholz für daheim

30, 40 Jahre lang, so schätzt Markus Köhler, ist der Weg wohl nicht mehr gepflegt worden. Dieser „Maschinenweg“ wurde einst zwar eigens für die Holzabfuhr angelegt, doch ein „normales“ Fahrzeug könnte hier heute nicht mehr fahren; nicht einmal ein Rückezug. Farne, Brombeeren, durchaus schon stattliche Fichten stehen im Weg. Die Natur hat die vormals freien Flächen am Waldrand zurückerobert, der zugewucherte Pfad ist kaum mehr auszumachen. Markus Köhler muss erst Platz schaffen – mit einer Raupe, die Pfau neben vielen anderen Maschinen im Einsatz hat.

Der 160 PS starke Dieselmotor mit einem ladeluftgekühlten Turbolader bewegt die „Liebherr 724“ scheinbar unaufhaltsam nach vorne: Köhler kann im Weg stehende Pflanzen leicht mit dem Schild des Geräts zur Seite schieben, die hier in diesem Eichenbestand nicht geplanten Nadelbäume einfach umwerfen und den freigelegten Boden zugleich mit der Maschine ebnen. „LGP“ steht an deren Karosserie, was „Low Ground Pressure“ bedeute und laut Hersteller darauf hinweise, dass die Raupe ausdrücklich für weiche Böden mit geringem Bodendruck konzipiert wurde – so, wie sie eben auch im Wald vorhanden sind.
Das bodenschonende Arbeiten wird im weiteren Verlauf von Markus Köhlers Einsatz in diesem Haubergswald noch eine große Rolle spielen, wenn er später die vom Förster vorab markierten Rückegassen anlegen wird. Die sollen hangabwärts in den von dem Pfau-Mitarbeiter mit der Raupe freigelegten Abfuhrweg münden.


Dieser Pfad befindet sich als unterster von drei Wegen am Fuß eines Hanges in einem Haubergswald zwischen Daaden und Herdorf, einem klassischen Niederwald. So ein Niederwald ist über viele Jahrzehnte charakteristisch gewesen für die Kulturlandschaft heimischer Mittelgebirge. In der heutigen Forstwirtschaft eher selten, fällt der vergleichsweise niedrige sowie unterschiedlich hohe Wuchs dieser historischen Nutzungsform auf, die im 19. und 20. Jahrhundert noch häufig vorhanden und laut Landesforsten Rheinland-Pfalz die in Rheinland-Pfalz vorherrschende Bewirtschaftungsart war.

Mit dem „Woodcracker“ lassen sich einzelne Bäume entnehmen.
Nach dem Raupeneinsatz ist der Maschinenweg wieder offen.

Inzwischen ist der Anteil des Niederwaldes an der Gesamtwaldfläche in Deutschland auf weniger als drei Prozent gesunken. Die meisten entsprechenden Flächen wurden in überwiegend mehreren Schritten in Fichten-Hochwald umgewandelt. Doch dort, wo Markus Köhler fleißig ist, befindet sich weiterhin ein solcher Niederwald.
Der typische Niederwald wurde früher überwiegend durch Selbstwerber aufgearbeitet, was auch seine Vielgestaltigkeit erklärte: Auf manchen Parzellen wurde alles kahl gefällt, während direkt nebenan ein geschlossener Eichenwald aufragte. In diesem Haubergswald zwischen Daaden und Herdorf jedoch sind die Dimensionen allerdings schon zu groß für den „motormanuellen Einschlag“ durch Laien, die sich hier ihr Brennholz selbst machen würden. Zugleich ist das Holz sehr krumm, wäre also mit einem „Harvester“ nur bedingt zu bearbeiten.
Markus Köhler steigt darum nach der Arbeit mit der Raupe auf dem unteren Weg in einen Bagger um, den er im Haubergswald gleichermaßen zur Verfügung hat. Diese Maschine steht gerade weiter oben auf dem mittleren Abfuhrweg und ist mit einem „Woodcracker“ ausgerüstet.

 

„Woodcracker“, so nennt das österreichische Maschinenbauunternehmen „Westtech“ das komplexe Anbauaggregat, über das Pfau verfügt und das gerade an Köhlers „Volvo“-Bagger montiert ist. Das Werkzeug kann er allseitig drehen und neigen. An dessen oberem Ende ist ein Greifer angebracht, mit dem der Baggerfahrer einen Baum sicher festhalten und mit einem darunter angebrachten Messer „abknipsen“ sowie in Abschnitte zerteilen kann. Gleichwohl fordern einige der hier im Hauberg stehenden Eichen das Gerät bis an seine Leistungsgrenzen, Markus Köhler muss mehrfach „knipsen“, bis manche Stämme zerteilt sind.

Zwischen Greifer und Messer ist ein drittes Werkzeug vorhanden, ein „Sammler“, mit dem der Pfau-Mitarbeiter erst mehrere dünnere Äste zusammentragen kann, ehe er sie zur Seite legt.

Markus Köhler arbeitet sich mit diesem so ausgerüsteten „Volvo“ behutsam durch den Wald nach unten. Er bleibt dabei immer zwischen zwei Bäumen, die links und rechts von ihm durch den Förster mit weißen Streifen gekennzeichnet worden sind und die (Einfahrt in die) Rückegasse markieren. Dazwischen sind immer wieder mit einem roten Strich versehene Bäume zu erkennen, die ungefähr in der Mitte der Rückegasse stehen, die mit dem Forstbagger angelegt wird.

Die Bäume zwischen den markierten Stämmen an den Seiten soll Markus Köhler dazu mit dem „Woodcracker“ entnehmen. Aus diesen soll Brennholz werden. Pfau leistet das „Abknipsen“ auf Wunsch als Dienstleistung für Waldbesitzer, die das so gewonnene Brennholz anschließend selbst verkaufen können. Ebenso bietet Pfau an, Bestände komplett zu übernehmen. Die gehen dann beim Kirburger Unternehmen in die hauseigene Brennholzproduktion mittels Spaltautomat (die „PFAU-NACHRICHTEN“ berichteten – siehe „Brennholz aus dem neuen Automaten“).

Eine gleichzeitige Durchforstung wäre gleichwohl ebenso möglich. In diesem Wald jedoch war nur die Gassenanlage gewünscht, so dass ausschließlich Bäume zu Brennholz werden, die nach Maßgaben des Försters dort entnommen werden, wo nach Abschluss der Arbeiten die Rückegassen in einem Abstand von 30 Metern zueinander durch den Wald führen.
Im zweiten Schritt in vielleicht zwei oder drei Jahren wird üblicherweise auf solchen Flächen die „Dimensionierung“ vorgenommen. Es werden also bei der Durchforstung Bäume – durchaus auch für eine stoffliche Nutzung als Eichenschnittholz – geerntet, damit andere, zukunftsträchtigere Pflanzen mehr Platz, Licht und Nahrung bekommen.

Markus Köhler ist inzwischen bei der Anlage der einen Gasse durch diese nach unten gefahren, wechselt nun in die benachbarte und fährt dabei vom unteren wieder nach oben zum mittleren Weg. Dort dreht er erneut, die übernächste Gasse wird abermals bergab angelegt. So soll die Bodenverdichtung gering gehalten werden, da der Bagger jede Stelle nur einmal befahren muss.

Und noch einen Trick zugunsten des Bodens wendet der Pfau-Mitarbeiter bei seinem Baggereinsatz an: Die Astkronen der entnommenen Bäume schneidet er zunächst mit dem „Woodcracker“ vom dickeren Teil des Stammes ab und legt sie auf separaten Stapeln zusammen. Sie werden später direkt im Wald gehäckselt, um Material für ökologisch sinnvolle Hackschnit- zelheizungen zu gewinnen. „Zuvor jedoch lege ich mir einige Äste hier an diese Stellen, wo es sehr steil ist“, deutet Markus Köhler auf eine der Rückegassen, „in die Mitte vor den Bagger und fahre mit den Ketten darüber – ebenfalls wegen einer möglichst geringen Bodenverdichtung.“
Was Markus Köhler entlang der neu angelegten Rückegassen an Brennholz ablegt, wird später von einem Kollegen mit dem Rückezug eingesammelt und den Hang hinab zum Maschinenweg gebracht. Dabei fahre das massige Gefährt mit dem Holz immer nur in Falllinie herunter, erklärt der Fachmann – abermals, damit der Boden möglichst wenig belastet wird. Deswegen ist es wichtig gewesen, dass er anfangs mit der „Liebherr“-Raupe den unteren Weg für die Abfuhr freigelegt hat.

Die Arbeiten werden bevorzugt im nichtbelaubten Wald ausgeführt: Im belaubten Zustand ist etwaig weiter oben vorhandenes Totholz schlechter zu sehen. Dass das Holz nun, bevor das Frühjahr richtig beginnt, geerntet worden ist, bringt aber vor allem einen weiteren Vorteil mit sich: Man kann es einerseits natürlich direkt erwerben und selbst frisch als Brennholz einlagern. Aber eine komfortable Variante ist es, solches mit dem „Woodcracker“ geerntetes Holz jetzt bloß bei Pfau in Kirburg vorzubestellen und es für den Spätsommer oder Herbst sicher zu haben – rechtzeitig, bevor es wieder kalt wird. So bekommt man zuverlässig Brennholz, das wunderbar luftgetrocknet und damit außerdem in der Regel günstiger ist, als wenn man kammergetrocknetes Brennholz „just in time“ kauft.

Behutsam arbeitet sich der Pfau-Mitarbeiter den Hang hinab.
Das Eichenholz liegt neben der Gasse bereit für den Rückezug.

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