An Uli Pfaus erste Fahrzeugbestellung bei ihm kann sich Sascha Meckel ausgesprochen gut erinnern: „So etwas ist mir nie wieder passiert; davor nicht und danach nicht!“ Damals war der Lkw-Verkaufsberater noch neu bei der Mercedes-Benz-Niederlassung in Westerburg. „Das war das schnellste Geschäft, das ich je gemacht habe“, blickt Meckel auf den Verkauf eines „Arocs“-Kippers zurück und lacht laut los. Jetzt hat Uli Pfau zusammen mit Fahrer Dennis Schäfer abermals einen nagelneuen Lkw in Westerburg abgeholt – einen „Actros L“ der jüngsten Generation. Zur Übergabe hat Pfau eine 19 Jahre alte Sattelzugmaschine mitgebracht, ebenfalls ein „Actros“, der seinerzeit das erste Neufahrzeug überhaupt in der Firmengeschichte des in Kirburg ansässigen Unternehmens gewesen ist.
Über die Anschaffung des Dreiachs-Kippers der „Arocs“-Baureihe kann der Firmengründer noch heute schmunzeln: „In nur einem Telefonat: angeboten, Auftragsbestätigung erstellt, unter- schrieben, retourniert, fertig“, denkt Uli Pfau an seinen ersten Kontakt mit Verkäufer Sascha Meckel zurück. „Alles während des Telefonats: die Ausstattungsdetails heruntergeladen, gerechnet, Angebot erstellt, fünf Minuten über die Ausstattung geredet“, schüttelt Meckel, etwas ungläubig, den Kopf. „Dann haben wir noch ein bisschen Feinschliff am Preis gemacht, ich habe die Bestellung gedruckt, sie dem Uli per E-Mail geschickt, der Uli hat sie digital signiert – und das hat vielleicht 20 Minuten gedauert das Ganze! Eine Woche später, es war die Woche vor Weihnachten, stand das Auto hier“, schildert Meckel.
Als das ungewöhnliche Geschäft abgewickelt wurde, da war die Westerburger Mercedes-Niederlassung noch nicht im Besitz der Schweizer „Merbag Holding AG“. Die Gesellschaft hat zum 1. April dieses Jahres die in Neuwied beheimatete, 1924 gegründete KBM-Gruppe übernommen, zu der das Westerburger Mercedes-Haus zu dem Zeitpunkt ebenso gehörte, wie die gleichermaßen von Merbag gekauften Standorte Alzey, Andernach, Bad Neuenahr- Ahrweiler, Idstein, Limburg, Mayen, Neuwied, Schierstein, Sinzig, Taunusstein, Weilburg und Wiesbaden. „Außerhalb der Schweiz und Deutschland ist Merbag auch in Luxemburg, Italien und Österreich tätig. Per 1. April 2025 werden europaweit 63 Standorte zur Merbag-Gruppe gehören und rund 4.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt“, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung.
Gleichwohl war der Kipper, den Uli Pfau damals bei Sascha Meckel geordert hatte, nicht das erste Neufahrzeug, das der Westerwälder in Westerburg kaufte! Ihm wurde zuvor ein für ihn nützlicher, gebrauchten Auflieger aus Süddeutschland angeboten. Dieser hatte noch keine zweieinhalbtausend Kilometer Laufleistung und als Besonderheit vor allem einen Bordkran für das Auf- und Abladen von Holz.
„Der war natürlich für mich interessant“, erzählt Pfau. Doch die Lieferzeit für entsprechende Nutzfahrzeuge betrug damals ein halbes Jahr, und solange wollte sich der Unternehmer den ohne passende Zugmaschinen nutzlosen Auflieger nicht auf den Hof stellen. „Ich sagte deswegen zum Verkäufer: ‚Ich gucke, ob ich etwas Passendes zeitnah bekommen kann – ansonsten lassen wir das Ganze‘“, so der Westerwälder.
Uli Pfau fragte bei mehreren Lkw-Händlern an, unter anderem bei der Westerburger Niederlassung von Mercedes-Benz, mit der er zu dem Zeitpunkt noch kein Neuwagengeschäft abgewickelt hatte. Dort wusste man von einem 2006 gebauten „Actros“, der in der Ausstellung des Mercedes-Werkes in Wörth stand.
In Wörth am Rhein befindet sich das nach Firmendarstellung größte Lkw- Montagewerk von „Mercedes-Benz Trucks“ . Es wurde schon 1963 gegründet und produziert „Arocs“, „Atego“ – und seit mehr als 20 Jahren den laut Mercedes „weltweit erfolgreichsten Schwer-Lkw“ „Actros“.
„Am Jahresende, kurz vor Weihnachten, geben die in Wörth die Ausstellungsfahrzeuge immer ab, und der
‚Actros‘ in Wörth, den die Westerburger als Zugmaschine für mich gefunden hatten, passte“, sagt Pfau im Rückblick.
Jedoch: Um das neue Zugfahrzeug mit dem gebrauchten „Holz-Auflieger“ zu nutzen, benötigte dieses einen anderen Nebenantrieb und eine größere Pumpe, um den Bordkran betreiben zu können. „Der Jens, es ist sein Spezialgebiet, hat dann alles an technischen Daten abgeglichen (Anm. d. Red.: Uli Pfau deutet auf den Westerburger Betriebs- und Serviceleiter Jens Strunk): ‚Jawoll, können wir passend machen.‘“ Der kleine, lediglich für eine Kippmulde gedachte Nebenantrieb, der im fabrikneuen „Actros“ verbaut war, wurde gegen einen größeren getauscht, der mit der Hydraulik des Krans zurecht kam und der neue „Actros“ aus der Wörther Ausstellung damit in Westerburg komplettiert.
„Damals hatte der Jens allerdings das größte Bauchweh damit, denn das war der erste 600er, den die hier verkauft hatten“, erzählt Uli Pfau, „und dann hatte der auch noch das ‚Power-Shift‘, was damals neu war.“ (Anm. d. Red: Ein automatisches Getriebe, das zwar mechanisch schaltet, bei dem das Kuppeln und der eigentliche Schaltvorgang jedoch elektronisch geregelt sind, ohne, dass der Fahrer kuppeln und schalten müsste.)
„Das war ein Prototyp mit dem automatisierten Getriebe ohne Kupplungspedal“, bestätigt Jens Strunk. Dieser habe ihn vor dem Kauf gewarnt, erinnert sich Uli Pfau: „Oh je, so ein Automatikgetriebe im Wald – das Auto steht am Ende nur in der Werkstatt! “ Uli Pfau lächelt zufrieden: „Das Auto hat nie in der Werkstatt gestanden, da war gar nichts…“
Neben dem gebrauchten Sattelauflieger mit Kran hat der Lkw ebenso einen firmeneigenen Tieflader gezogen, mit dem Pfau Forstmaschinen umsetzte. „Das war optimal hinsichtlich der Nutzlast, da man beim Tieflader nicht den Kran mitschleppen musste, weil der nicht am Motorwagen verbaut worden war. Und bei der Forstmaschine brauchst du jede Tonne“, erklärt Uli Pfau. Er fügt versonnen hinzu: „Das war der erste, den ich mir neu gekauft habe – deswegen hänge ich auch daran! Das war damals eine Nummer: Ein seinerzeit kleiner Laden wie wir kauft so ein Auto!“ „Das ist heute noch immer eine Nummer, Uli“, wirft Jens Strunk ein, „jeder der Ahnung hat, guckt hinterher.“
Uli Pfau lobt, dass der „Actros 2660“ aus 2006 unverwüstlich gewesen sei. Das Fahrzeug gibt es derzeit, 19 Jahre später, bei Pfau noch immer (obwohl die Holzautos im Unternehmen sonst in deutlich kürzeren Zyklen gegen neue ersetzt werden) – aber läuft nicht mehr im Tagesgeschäft. Das Gefährt hütet Uli Pfau wie seinen Augapfel. Es markiert für ihn den Beginn einer vertrauensvollen, stets perfekten Zusammenarbeit mit den Westerburger Mercedes-Leuten, wie er sagt. Er würdigt die „Top-Zusammenarbeit mit einem super Service, super freundlich und technisch versiert mit allem. Das hier“, deutet Uli Pfau auf den neuen „Actros“ für Fahrer Dennis Schäfer, den die Mercedes-Leute bei der Übergabe neben den alten „Actros 2660“ gestellt haben, „ist jetzt unser aktuellstes Auto, und wir sind heute so zufrieden mit euch, wie beim ersten!“, lobt Pfau die Westerburger.
Als es jetzt darum ging, den neuen Kurzholzzug für Pfau-Fahrer Dennis Schäfer auszuwählen, der bei einer früheren Beschäftigung bereits auf Mercedes unterwegs gewesen war und seinen gegenwärtigen Arbeitgeber darum gebeten hatte, dasselbe Fabrikat anzuschaffen, ist klar gewesen, dass man bei Pfau erneut die Westerburger wegen eines Angebots ansprach.
So ist Dennis Schäfer ab jetzt Tag für Tag mit dem nagelneuen „Actros L“ der jüngsten Generation unterwegs (siehe „Das fand ich richtig cool, ehrlich!“). Das ist, nebenbei, eine nette, zufällige Parallele zur Geschichte der Geschäftsbeziehung zwischen Pfau und Mercedes Westerburg: Der „Actros L“ ist das erste fabrikneue Fahrzeug, das Schäfer seit seinem Einstieg bei Pfau im November 2023 übernommen hat.
Uwe Schmalenbach
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