Forst Pfau

Ohne schriftliche Bewerbung zum neuen Job

Ehe Lukas Mertens im März 2020 Teil des Pfau-Teams wurde, war er in einem Tief- und Straßenbauunternehmen tätig, das unter anderem viele Außenanlagen gestaltet oder defekte Wasserleitungen erneuert hat. Im vorangegangenen Winter hatte der Hachenburger sogar noch die Zusatzqualifikation als Berufskraftfahrer erworben. „Den Lkw-Führerschein hatte ich eigentlich gemacht, um für meinen damaligen Arbeitgeber noch flexibler einsetzbar zu sein“, schildert er. Doch der vorherige Arbeitgeber – das missfiel Mertens zusehends – konnte ihm keine richtige Perspektive für die Zukunft bieten. „Oder wollte es vielleicht auch nicht“, sagt der Westerwälder heute.

Es nimmt nicht Wunder, dass die beruflichen Gegebenheiten zu Beginn des Jahres 2020 in Lukas Mertens eine immer größere Unzufriedenheit entstehen ließen. Irgendwann wünschte er sich eine Veränderung. „Da habe ich mir – weil ich beim Autofahren schon oft ein Holzauto von Pfau vor mir hatte – gedacht: ‚Probiere es doch einfach einmal initiativ dort.‘ Zumal ich ja von meiner Ausbildung her eigentlich aus der Branche komme“, erzählt Mertens.

Denn dereinst hatte er in der Eifel erfolgreich die dreijährige forstwirtschaftliche Ausbildung zum Forstwerker absolviert, zu der Bereiche wie das Pflanzen, die Kulturpflege, das Läutern sowie Fällen und vieles mehr gehören. „Man muss auch die lateinischen Namen der Pflanzen lernen“, blickt der jetzige Pfau-Mitarbeiter zurück. Die duale Ausbildung in einem Betrieb und der zuständigen Berufsschule schloss er als Drittbester seines Kurses ab.

Der Westerwälder mag es, mit Holz zu arbeiten und ist bei Pfau auch beim „motormanuellen Fällen“ im Wald im Einsatz.

Seine Initiative war erfolgreich, Alexander Pfau bat Lukas Mertens ganz unkompliziert am Telefon: „Komm‘ mal vorbei.“ „Und dann haben wir einen Termin ausgemacht – so schnell kam ich zu einem Vorstellungsgepräch“, freut er sich noch heute, „ohne eine vorherige schriftliche Bewerbung!“ Mitte Januar erfolgte damals der erste, telefonische Kontakt, „eine Woche später hatte ich bereits das Gespräch – und schon am 1. März konnte ich anfangen bei Pfau. Das passte genau, da ich im alten Betrieb noch einen Monat Kündigunsfrist hatte“, betont Mertens.

 

Zu Beginn seiner neuen Tätigkeit bei Pfau war er mit der Motorsäge und einem Traktor samt Forstseilwinde viel im Wald aktiv, „um Windwurf für den ‚Harvester‘ vorzuliefern“, erläutert der Fachmann. Anschließend war er genauso im Einsatz, um Sägewerke mit Holz zu versorgen. „Da bin ich viel die ‚Sauerlandlinie‘ entlang gefahren.“ Ebenso bugsierte er unter anderem Überseecontainer, mit denen die enormen Mengen „Käferholz“ von vom Borkenkäfer heimgesuchten Kalamitätsflächen verschifft werden mussten, weil die inländischen Sägewerke gar nicht die ausreichende Kapazität hatten, um die plötzlich anfallenden Massen zu verarbeiten. Bei allem half der eigentlich noch für den alten Arbeitgeber erworbene Lkw-Führerschein, der dem Fleißigen aber derart vielfältige Betätigungsfelder nicht geboten hatte.

Lukas Mertens (im Mercedes) kann aufgrund seines Führerscheins jederzeit die Tiefbau-Kollegen unterstützen.

Anders vom Start weg bei Pfau: „Unseren ältesten Auflieger, den wir – leider – nicht mehr haben, den haben wir ‚Eisenschwein‘ genannt. Der bestand nur aus Stahl! Unkaputtbar“, lacht Lukas Mertens. Mit jenem und einem Mercedes-„Actros“ V8 war er im Dienste Pfaus offenbar so gut unterwegs, dass ihm daraufhin sogar der Langholztransport zugetraut wurde. „So bin ich dann zum Langholz-Fahren gekommen – innerhalb weniger Wochen! Das war schon eine große Umstellung“, erinnert sich der Hachenburger, „weil du den Nachläufer hinten separat von drinnen lenken kannst. Das ist etwas anderes, als mit einem normalen Sattelauflieger – gerade das Rückwärtsfahren, weil du dann quasi für zwei Fahrzeuge denken musst.“

Auch Tieflader seines Arbeitgebers bewegt er bald schon, um Forstmaschinen wie den Rückezug oder den „Harvester“ zu Einsatzstellen zu bringen. „Da hat der Ulrich Pfau mir schon am Anfang mehr zugetraut, als ich mir selber zugetraut hätte. Aber im Nachhinein war es die richtige Entscheidung von ihm“, sagt der Pfau-Mitarbeiter, „irgendwann hat das alles richtig Spaß gemacht.“
Lukas Mertens hätte bei Pfau ebenso die Möglichkeit gehabt, im Fernverkehr unterwegs zu sein, was ihm jedoch nicht zusagte. Stattdessen arbeitete er begeistert mehr und mehr in der Pfau-Tiefbauabteilung mit, brachte sich fleißig im Wegebau ein.

Wieder und wieder setzt er seine Fähigkeiten der Forstwirtschaft ein, wenn etwa jemand zum „Zufällen“ gebraucht wird, weil eine Fläche nicht rein maschinell bearbeitet werden kann. Und seit kurzem zeichnet er verantwortlich für den Betrieb der Pfau-Brennholz-Produktion in einer der Kirburger Hallen des Unternehmens (die „PFAU-NACHRICHTEN“ berichteten).

Konzentriert arbeitet der Hachenburger am Sägespaltautomat.
Getrocknetes Brennholz (in einer Pfau-Halle): Der Forstwerker achtet auf Top-Qualität. Fotos: Schmalenbach

Lukas Mertens findet es höchst sinnvoll, wie er hervorhebt, wenn es beim Brennholz-Thema feste Zuständigkeiten gibt. „Und nicht fünf verschiedene Leute an so einer Maschine arbeiten“, deutet er auf den Sägespaltautomat. Mit diesem können hochwertige Holzscheite verschiedener Längen produziert werden, zum Beispiel aus dem in Niederdreisbach bei Verkehrssicherungsmaßnahmen entnommenen Holz (siehe „Sicherer Verkehr, nachhaltige Verwertung“). „Denn jeder macht etwas anders, geht anders mit der Maschine um“, begründet er sein Plädoyer. „Wenn ein oder zwei Mitarbeiter sich federführend mit dem Thema beschäftigen, hat es den Vorteil, dass die immer wissen, was an Holz da ist, in welchem Stadium es gerade ist, welche getrockneten Holzarten vorhanden sind und sofort nutzbar – da ist der Überblick besser.“ Im Übrigen komme jedem Maschinenführer letztlich eine große Verantwortung dafür zu, dass die Pfau-Kunden verlässlich nur Top-Qualität mit jeder Brennholz-Lieferung erhalten, findet er.

Ohnehin scheint das Thema „Holz“ Lukas Mertens in gewisser Weise in die Wiege gelegt worden zu sein: Sein Opa war schließlich Revierförster im Hunsrück. Der Vater ist gelernter Schreinermeister. Seine Eltern zogen in ihren Zwanzigern der Arbeit wegen vom Hunsrück zurück nach Hachenburg, von wo auch eine Oma Mertens‘ stammte. „Ich bin ebenfalls wieder gebürtiger Hachenburger, bin in dritter Generation wieder ein echter Wäller“, zwinkert der 33-Jährige (Anm. d. Red. Die Westerwälder bezeichnen sich selbst als „Wäller“). „Ich habe damit in gewisser Weise zum Ursprung zurückgefunden“, schmunzelt er, „nicht nur in den Westerwald, sondern genauso wieder in Richtung Wald und zum Holz als Ausgangsmaterial für vieles, das uns im Alltag begegnet!“

Bei Lukas Mertens‘ zwei jüngeren Geschwistern scheint die Leidenschaft des großen Bruders für Holz hingegen zu fehlen: Seine Schwester ist Erzieherin in der Kita, der Bruder kümmert sich für ein hessisches Unternehmen um die Bauleitung im Glasfaserbereich.

Den ganzen Tag in einer Fabrikhalle zu stehen, könnte Lukas Mertens sich niemals vorstellen, betont er. Bei Pfau hingegen sei es nicht nur sehr vielfältig, es kommen ihm in hohem Maße seine forstwirtschaftliche Vorkenntnisse zugute, beschreibt der Hachenburger. Außerdem gefalle ihm, zwar einerseits in seinem angestammten Bereich und erlernten Beruf arbeiten zu können, mit Holz als Material wie eben bei der Brennholzproduktion. „Aber es gibt auch Tage, da ist es eine schöne Abwechslung, wenn man mit dem Lkw unterwegs sein kann und etwas anderes sieht. Wenn man mit beiden Bereichen zu tun hat, ist das ganz angenehm.“

Wenn beispielsweise auf einer Baustelle der Pfau-Tiefbauabteilung Materialien wie Schotter herangeschafft werden müssen, kann der 33-Jährige seine Fähigkeiten als Lkw-Fahrer einsetzen und die Kollegen an der Einsatzstelle unterstützen, bei Bedarf auch sehr spontan.

 

 

Seine Freizeit hingegen verbringt Lukas Mertens gerne mit deutlich weniger Pferdestärken, als wenn er im Job mit leistungsfähigen pfauroten Lkw arbeitet – genaugenommen mit nur einer Pferdestärke: sein Hobby ist das Reiten. Seit dreieinhalb Jahren hat er sogar ein eigenes Pferd.
Die Begeisterung für die Bewegung „hoch zu Ross“ entstand bereits im Kindesalter. „Allerdings bin ich zwischenzeitlich aufgrund der vielen Arbeit und wenig Freizeit dem Hobby nicht mehr richtig nachgegangen. Doch als sich dann die Gelegenheit ergab, dass ich mein jetziges Pferde kaufen konnte, habe ich zugegriffen“, erläutert der Hachenburger. Sein Rheinländer-Wallach ist ein stattliches Tier, hat ein beachtliches Stockmaß von 1,80 Meter und ist knapp 700 Kilo schwer.

Den heute 16-jährigen „Capristo“ kannte der begeisterte Reiter aufgrund einer vorangegangenen Pflegebeteiligung zum Zeitpunkt des Kaufs schon gut. Da gab es für den Pfau-Mitarbeiter keine Frage: Als der Vorbesitzer das Tier abgeben wollte, nutzte Lukas Mertens die Chance spontan. So spontan, wie er damals einfach einmal bei Pfau wegen einer beruflichen Alternative nachfragte.
Uwe Schmalenbach

Schätzt die Abwechslung bei seiner jetzigen Arbeit: Lukas Mertens.

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