Dennis Schäfer betätigt einen Schalter über seinem Kopf. Elektrisch fährt eine Jalousie an der Windschutzscheibe seines „Actros L“ herunter, um den Pfau-Fahrer vor der blendenden Sonne zu schützen. Das Fahrzeug ist das neueste „Holzauto“ der Kirburger Firma und der erste fabrikneue Lkw, den Dennis, der seit November 2023 zum Team gehört, für seine tägliche Arbeit zur Verfügung gestellt bekommen hat. „Ich durfte mir bei der Ausstattung fast alles selbst aussuchen“, schwärmt er, während er auf dem Weg zu einer Ladestelle ist, an der schneebedecktes Eichenholz auf den Abtransport wartet.
Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Doch in Internetforen hatte es um die Optik des neuesten „Actros“ aus dem Hause Mercedes eine Weile lang viele Diskussionen gegeben. Dabei kommen inzwischen mehr und mehr anfängliche Kritiker dahinter, dass die große Fläche, die die Front des Fahrzeugs über den tief unten angeordneten Lufteinlässen bietet, eine Menge nie gekannter Gestaltungmöglichkeiten eröffnet.
Denis Schäfer hat sich für die Folierung des Fahrerhauses selbst ein Design überlegt, wie er schildert. Seine Chefs hätten ihm freigestellt, sich gemeinsam mit dem Fahrzeugbeschrifter Herwick aus Betzdorf etwas Originelles einfallen zu lassen. „Das fand ich richtig cool, ehrlich!“, freut er sich.
Herausgekommen ist eine überaus dynamische und überzeugende Gestaltung. Dreidimensional wirkende Elemente in dunklem Grau, die den beleuchtbaren Mercedes-Stern einrahmen, in Kombination mit um die Türen herumgeführte weiße und schwarze „Schwingen“ geben dem hoch aufragenden Fahrzeug eine fast filigrane Silhouette
Und der neueste Pfau-„Actros“ ist wirklich sehr hoch: „Hier hast du noch einmal eine Trittstufe mehr als sonst“, deutet Dennis Schäfer auf den Einstieg. „An die Höhe muss man sich beim Fahren auch erst einmal gewöhnen“, zwinkert er. Doch dafür ist der Innenraum entsprechend großzügig geschnitten: Drinnen kann man bequem aufrecht stehen, 1,99 Meter Platz ist zwischen Fußboden und Dach!
„Auch wenn man es nicht sieht: Im Vergleich zum Vorgänger ist das Fahrerhaus nach vorne knapp zehn Zentimeter länger geworden für die Aerodynamik. Die habe die Kraftstoffeffizienz erhöht“, erläutert Sascha Meckel weitere Gestaltungs- details. Er ist Verkäufer der Westerburger Mercedes-Niederlassung, bei der Pfau den „Actros 3353 L“ gekauft hat (siehe auch „Der erste, den ich mir neu gekauft habe“). Der Hersteller selbst schreibt dazu: „Die (…) verlängerte Front ermöglicht ein noch aerodynamischeres Design. Jedes Detail der ‚ProCabin‘ wurde gestaltet, um die frontale Luftströmung möglichst widerstandsarm umzuleiten. Das Ergebnis: eine Effizienzsteigerung um bis zu drei Prozent im Vergleich zum Vorgänger.“
Die „ProCabin“, wie Mercedes das Konzept nennt, gibt es seit Januar. „Meines Wissens ist dieses hier der erste Kurzholzzug in Deutschland, der auf einem Mercedes mit ‚ProCabin‘-Design aufgebaut worden ist“, berichtet Dennis Schäfer.
Diese Fahrerkabine bietet nicht nur in der Höhe ein nie dagewesenes Raumangebot: Auf der Beifahrerseite gibt es eine Lounge-Ecke, die so weit von der Frontscheibe zurück liegt, dass sich der Fahrer vom Beifahrersitz aus der Länge nach ausstrecken kann, ohne mit den Füßen bis ans Armaturenbrett zu kommen! Ein seitlich angebrachter Tisch ist herunterklappbar und bietet, etwa beim Essen, Komfort wie im Wohnmobil. „SoloStar Concept“ nennt der Lkw-Hersteller diesen Zuschnitt.
Ein üppiges Platzangebot bringt ebenso die Koje mit, falls Dennis Schäfer doch einmal im Lkw übernachten muss: Sein Bett ist 750 Millimeter breit, 2.200 lang und verfügt über einen vollwertigen Lattenrost inklusiver einteiliger 7-Zonen-Kaltschaummatratze. Strenggenommen gibt es zwei Betten im Fahrzeug, doch Dennis Schäfer hat sich entschieden, das obere zu nutzen. „So habe ich nach vorne nicht einmal mehr die Lehne des Fahrersitzes im Weg, man schwebt darüber“, sagt er.
Auch bei der technischen Ausstattung verfügt der 530 PS starke Sechs-Zylinder über eine Menge Annehmlichkeiten und Unterstützungen für den Fahrer. „Er hat so ein paar Alleinstellungsmerkmale wie die Assistenzsysteme oder die elektrische Lenkung, die er drin hat. Die ist sicher herausragend“, betonnt Sascha Meckel. Ebenso sei das neue Lichtkonzept sehr gut, „der hat jetzt Matrix-LED wie ein Pkw.“
Das Cockpit ist volldigital, es gibt keinerlei analoge Anzeigen mehr. „Das hier ist das Multi-Media-Cockpit 2“, erklärt Dennis Schäfer. „Dieses interaktive Cockpit gibt es erst seit 6/25 – und der Lkw hier wurde gebaut am 10. Juli 2025.“
„Hallo Mercedes! Temperatur auf 23 Grad“, sagt der Pfau-Mitarbeiter, während er das alles beschreibt. Die Sprachsteuerung funktioniert tadellos, die weibliche Computerstimme bestätigt die Anweisung. „Die Sprach- steuerung funktioniert gut selbst bei lauter Musik, bei offenem Fenster“, hat der Fahrer festgestellt. „Und der Sitz ist ebenfalls komplett überarbeitet worden. Der ist so bequem, du willst hier gar nicht mehr aussteigen, ehrlich“, schwärmt Dennis Schäfer. Sitz, Vorderachse und die gesamte Fahrerkabine sind luftgefedert.
„Wenn ich mal unsere Geschäfte des Jahres 2025 Revue passieren lasse, dann ist dieser neue ‚Actros L‘ für Pfau schon unter den Top-3 ausgestatteten Autos!“, betont Mercedes-Mitarbeiter Sascha Meckel.
Das erste Mal ein komplett neues Auto zur Verfügung gestellt zu bekommen, sei schon etwas Besonderes, unterstreicht Dennis Schäfer abermals: „Das ist schon cool – wenn du das erste Mal einsteigst, das erste Mal in einem ganz neuen Bett schläfst.“ Er schätzt es wert, dass sein Arbeitgeber ihm modernste Technik an die Hand gibt, um seinen Arbeitsalltag möglichst angenehm bewältigen zu können.
„Und das Design des ‚Actros‘ hat mir auch von Anfang an gefallen – ich fand es total toll und super innovativ.“ Ihm sage außerdem zu, dass der moderne Lkw im Pfaurot leuchtend unterwegs sei und den Schriftzug des Unternehmens trage: „Das zeigt auch, wie dynamisch und innovativ diese Firma unterwegs ist“, findet Dennis Schäfer, „das Auto ist ein super Aushängeschild. Es guckt halt jeder, das Auto ist überall Gesprächsthema, egal, wo man hinkommt – und nicht nur wegen des aufladbaren Systems, sondern wegen des Designs.“
Das aufladbare System, das der Holzfahrer erwähnt, ist der Anhänger des Kurzholzzuges: Den kann der routinierte Fahrer mithilfe seines Bordkrans greifen, auf die Ladefläche des Motorwagens stellen, auf dem dafür zunächst die Rungen beiseite geschoben werden können, und huckepack mitführen. So ist der leere Kurzholzzug wendiger auf dem Weg in den Wald und bei der Erkundung der Zufahrtswege, spart bei der Maut-Berechnung zwei Achsen, reduziert Verschleiß und Kraftstoffverbrauch.
Der Anhänger ist am hinteren Ende zudem „teleskopierbar“. Er ist in der Länge variabel ausziehbar, so dass Dennis Schäfer sogar zwei Stöße Rundholzabschnitte zu je 2,50 Länge laden kann, falls gewünscht.
Trotz aller Begeisterung und beeindruckender Ausstattungsmerkmale: In der ersten Woche mit seinem neuen „Actros“ hat sich Dennis Schäfer womöglich doch noch nicht zu 100 Prozent wohlgefühlt. Er hält seine Fahrzeuge gerne stets in einem top gepflegten Zustand. Doch eine Woche lang durfte er seinen neuen Mercedes zunächst nicht wie üblich waschen: Die nagelneue Folierung, das dynamische Design an der Front, die vertikal ablaufenden Streifen an den Seiten der Fahrerkabine mussten nach dem Anbringen erst richtig trocknen…
„Mir ist das wichtig!“, zwinkert Dennis Schäfer abschließend, auf seine Pflege-Leidenschaft angesprochen. „Das Zeug kostet unsere Firma schließlich sehr viel Geld! Und irgend jemand hat sich mal richtig Mühe gegeben, das Ding zusammenzubauen. Außerdem lebe ich hier den ganzen Tag drin.“ Aber das – mit gewaschener oder ungewaschener Front – so komfortabel wie nie zuvor in der „Solo-Star“-Lounge.
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