Mehr mit dem Kopf arbeiten

Er lebt inzwischen in Treis-Karden an der Mosel. Dass der gebürtige Rheinländer dort heute sein Zuhause hat, hat auch mit einer jähen Zwangsunterbrechung seiner Arbeit im Traumberuf als Lkw-Fahrer zu tun. Allerdings steuert Stephan Reich keine „normalen“ Lastwagen, sondern ist in der Pfau-Logistiksparte mit dem „Tiefbett“ unterwegs. Mit diesem speziellen Auflieger werden häufig Schwertransporte durchgeführt, die vielfach erheblich üppigere Abmessungen aufweisen, als es (ohne besondere Genehmigung) im Güterkraftverkehr sonst zulässig ist (siehe „Mal lang, mal hoch, mal breit“). Größere Fahrzeuge haben Stephan Reich seit Kindertagen fasziniert. Vielleicht lag es daran, dass der Stiefvater Busfahrer bei den Bonner Stadtwerken war? Jedenfalls erzählt der super sympathische Pfau-Mitarbeiter noch immer begeistert von jener Zeit: „Da bin ich halt morgens gleich früh mit aufgestanden, und wenn ich frei hatte, bin ich immer mitgefahren.“ Seinerzeit wohnte der junge Stephan in Hangelar. Die dortige Kiesgrube zog ihn ebenfalls an: „Da habe ich immer zugeguckt, wie die Laster beladen werden.“ Dennoch beginnt er später eine Kochlehre. „Als während jener Phase die erste echte Freundin Schluss machte, habe ich alles hingeschmissen! Danach wollte ich eigentlich schon auf den Lkw, aber meine Eltern meinten, das sei doch kein Beruf“, schildert er. Also startet der Sohn abermals eine handwerkliche Ausbildung, schließt erfolgreich die Lehre zum Elektriker ab. Mit 21 jedoch war es endgültig soweit, nach entsprechender Schulung hatte Stephan Reich den vollwertigen Lkw-Führerschein. Zuvor war er schon kleine Lastwagen gefahren und verteilte mit einem 7,5-Tonner Brot im Kölner Raum. Doch das Unternehmen wollte größere Laster anschaffen, Reich besuchte daraufhin abermals die Fahrschule. „Und der Fahrlehrer kannte den Chef der ersten Firma, bei der ich bald darauf mit dem Schwertransport unterwegs war. So bin ich dorthin gekommen“, sagt er. Als er bei jenem Kölner Unternehmen gefahren ist, hatte er den Lkw-Führerschein noch recht frisch, „aber ich habe da direkt mit dem Schwertransport angefangen“, berichtet der jetzige Pfau-Mitarbeiter. Obschon er für seine Ruhepausen sonst bevorzugt Autohöfe abseits der Autobahnen ansteuert: An diesem frühen Morgen ist Stephan Reich vom Autobahnrastplatz „Soester Börde“ direkt an der A 44 gestartet, wo er auch übernachtet hat. Denn bei diesem Transport gestattete die Genehmigung für die Ausnahmefuhre keinen Abstecher von der Autobahn. Nächtlicher Blick in den rechten Außenspiegel: Der Fahrer muss schon ein sehr gutes Gefühl haben, was hinter seiner Zugmaschine noch alles kommt… Fotos: Schmalenbach Bei seiner nächsten Firma habe er mit „Flügel fahren“ begonnen, also Teile für Windräder transportiert. „Da war ich allerdings nur noch unterwegs, wochenweise! Du stehst mit den Flügeln außerdem immer an ‚toten Parkplätzen‘. Dann haut dein Begleiter ab, du kannst nicht weg und stehst irgendwo in Frankreich alleine im Wald. Da ist nirgendwo eine Toilette und du hängst das ganze Wochenende rum!“ Nach diesen Erfahrungen wollte Stephan Reich darum beim Wechsel zu Pfau eigentlich kein Tiefbett mehr bewegen, da das ja wieder eine Tätigkeit im Schwertransportbereich – und Übernachtungen im Fahrzeug – bedeuten würde. Doch ein „DAF“-Lkw, mit dem Reich daraufhin zunächst beim Westerwälder Unternehmen regional startete, ging kaputt. „Wegen des Motorschadens bin ich auf dieses Auto gegangen“, so Reich, während er mit seinem „Volvo 540“ einen überlangen Auflieger zieht, „und jetzt möchte ich nichts anderes mehr machen. Aber die holen mich auch immer nach Hause!“, hebt er hervor und meint damit, dass er wie andere Arbeitnehmer auch am Freitagmittag ins Wochenende geht. Denn am Wochenende „draußen sein“, so wie früher einmal, das wolle er nicht mehr: „Ich möchte freitags nach Hause – damit ich noch etwas einkaufen gehen kann, die Wäsche der Woche in die Maschine schmeißen kann. Sonst drängt sich alles am Samstag. Und sonntags musst du schon wieder packen für die neue Woche.“ Inzwischen ist der gebürtige Bonner das fünfte Jahr bei Pfau. „Immer gepflegte Autos, die beiden Chefs immer super nett“, urteilt er über seinen Arbeitgeber. Und gerade seinen „Volvo 540“ mag er sehr, wie er betont: „Mega Auto“, unterstreicht Reich. „Der hat zwei angetriebene Achsen, ich kann sie einzeln belasten. Das ist im Wald wichtig.“ 540 PS leistet das Fahrzeug serienmäßig, doch Reich fährt ein optimiertes Zugfahrzeug mit deutlich mehr Leistung und vor allem einem erheblich vergrößerten Drehmoment. Beides mache das Handling beim Schwertransport wesentlich angenehmer. Die Bordelektronik zeigt dem Fahrer minutengenau die gemäß der gesetzlichen Vorgaben verbleibende Tageslenkzeit an. Ebenso werden jene Tage aufgeführt, an denen er in der aktuellen Woche zehn Stunden insgesamt unterwegs war. Das ist nur zweimal wöchentlich zulässig, „die restlichen Tage dürfen nur maximal neun Stunden lang sein“, erklärt der Fachmann. Gleichermaßen gibt die Technik Auskunft über das Gesamtgewicht des Fahrzeugs, erlaubt per Kameras den Blick nach hinten oder an die Seite. „Das finde ich gut. Die Kamera geht auch an, wenn ich den Blinker setze – ich sehe noch besser, wenn jemand neben mir ist. Ein Fahrrad zum Beispiel. Es ist ebenso praktisch, wenn man im Wald unterwegs ist und Wurzeln leichter erkennt.“ Und nicht nur die technische Ausstattung seines Arbeitsgeräts findet Stephan Reich toll, wie er herausstellt: Da er die Woche über „draußen“ ist, also unterwegs und in seinem Lkw auch übernachtet, steuert er normalerweise abseitige Autohöfe anstelle von Rastplätzen direkt an den Autobahnen an. „Da ist es sauberer. Und da sind auch Parkplatzwächter, die Fahrzeuge sind in der Nacht bewacht. Solche Plätze für die Nacht kosten zwar Geld, aber das bezahlt Pfau“, lobt der Fahrer. Das gebe es bei vielen Fahrerkollegen in anderen Unternehmen, zumal aus Osteuropa, keineswegs. Nach Feierabend geht Stephan Reich duschen, macht sich sein Essen in der Fahrerkabine, guckt etwas Fernsehen (selbstverständlich hat sein „Volvo“ einen Flachbildfernseher eingebaut), telefoniert noch mit Freundin Cindy, die in Stuttgart lebt und arbeitet. „Eine Nacht ohne Duschen geht, wenn man zum Beispiel mal eine Nacht im Wald übernachtet oder ich Holz fahre“, schmunzelt der 57-Jährige. Aber 15 Liter eigenen Wasservorrat habe er ohnehin dabei. „Wenn ich duschen war, bin ich ein neuer Mensch.“ Es gehe nicht allein um Hygiene, sondern auch um mentale Erfrischung. „Und ich muss mich jeden Tag rasieren, die Haare müssen vernünftig sein, die Klamotten müssen vernünftig sein. Du kommst hier auf viereinhalb Quadratmetern klar. Kommst du nach Hause, weißt du erst einmal, wie gut…

Mal lang, mal hoch, mal breit

Bis heute hat die Firma Kleusberg ihren Hauptsitz in Wissen. Durch die 8.700-Einwohner-Stadt im nördlichen Westerwald fließt die Sieg in Richtung ihrer Mündung in den Rhein. Folgt man dem über 150 Kilometer langen Fluss von Wissen gen Westen, kommt man irgendwann auch nach Eitorf. Dorthin ist Stephan Reich gerade unterwegs, allerdings flussaufwärts und auf der Landesstraße 333. Die windet sich in dem Abschnitt, den Reich just befährt, durch zum Teil enge Kurven zwischen Siegauen auf der linken und den felsigen Siegtalhängen auf der rechten Seite hindurch. Ein Schild warnt vor dem verschlungenen Straßenverlauf. Kommen andere Fahrzeuge entgegen, wird es mitunter knifflig: Denn Stephan Reich ist „zu lang, zu hoch, zu breit“, lacht er – wie meist, wenn er im pfauroten „Volvo“ seiner Arbeit nachgeht, den er hinsichtlich der Ausdehnungen meint – und nicht etwa sich selbst. Drei Stunden früher: Stephan Reich hat sein Tagwerk mitten in der Nacht um drei Uhr auf dem Rastplatz „Soester Börde Nord“ begonnen. Dort, neben der A 44, hat er elf Stunden Pause gemacht, ist gut eine Stunde vor dem Start in den Arbeitstag aufgestanden, hat sich die Zähne geputzt, rasiert, Kaffee gekocht – ganz wie zu Hause. Nur halt in der Fahrerkabine seines „Volvo 540“. Der Begleiter fährt vor dem Schwertransport. An dem hängt ein Tiefbett-Sattelauflieger des Fahrzeugbauers Doll. Denn Pfau bietet in seiner Logistiksparte auch den Transport von Dingen an, die auf keinen „normalen“ Lkw passen. Reich hat schon Linienbusse, Kranteile für den Bau von Windrädern, eine mobile Brecheranlage, Stahlkonstruktionen, Agrargeräte, elektrische Betonmischer oder gebrauchte Kehrmaschinen damit durchs Land gefahren. Auch mit Forstmaschinen wie „Harvestern“ ist er oft unterwegs, die Pfau beispielsweise vom Verkäufer oder Vermieter zum Kunden schafft oder zwischen verschiedenen Standorten des deutschen Generalimporteurs der anerkannten „PONSSE“-Forst- maschinen aus Finnland fährt. Die transportiere er besonders gerne, schmunzelt Stephan Reich: „Ich darf die selbst auf den Auflieger fahren – das ist halt Männerspielzeug!“ Gleichwohl sei es eine echte Herausforderung, wenn er beispielsweise Harvester direkt aus dem Wald hole.         Der besondere Auflieger dazu sei „teleskopierbar“, erläutert der Fachmann. Was es damit auf sich hat, wird noch deutlich werden, wenn der Pfau-Mitarbeiter seine aktuelle Fracht gut sechs Stunden später abgeladen haben wird.Diese Fracht hat wiederum mit Kleusberg aus Wissen zu tun. Die Westerwälder Firma hat sich nach eigener Darstellung auf die Planung, Fertigung und Montage von Modulbauten sowie die Vermietung und den Verkauf von Containersystemen und Halleneinbauten spezialisiert. Und so ein von Kleusberg hergestelltes Raummodul, es ist für die Errichtung einer neuen Kindertagesstätte vorgesehen, hat Stephan Reich an diesem Morgen fest verschraubt im Tiefbett stehen und tags zuvor – vor seiner nächtlichen Pause bei Soest – im Saalekreis bei Halle abgeholt. Inzwischen hat er die etwa 170 Kilometer aus der Soester Börde bis nach Eitorf geschafft. Es lief super heute, keine Unterbrechungen, kein Stau, freie Autobahnen. Reich musste vor sechs Uhr, ehe die verkehrsreichere Tageszeit und der Berufsverkehr anbrechen, auf einem Parkplatz unweit des Ortseingangs von Eitorf sein, so stand es in der Genehmigung für diesen erlaubnispflichtigen Schwertransport. Dort soll er auf dem eigens für nächtliche Schwertransporte abgesperrten Gelände – drei Kollegen mit ihren Lkw sind bereits vor Ort und haben die Nacht in ihren Fahrerkabinen verbracht – warten, bis ein „Begleiter“ ihn abholt. So ein Begleitfahrzeug sehen die Straßenverkehrsbehörden immer dann vor, wenn ein Schwer- oder Großraumtransport die zulässigen Maße oder Gewichte überschreitet.„Wir haben drei Meter Breite, wir haben 24 Meter Gesamtlänge, das Modul selbst ist 11,59 Meter lang, die Höhe habe ich jetzt auf 4,12 Meter“, erklärt der Fahrer. Also in allen drei Richtungen größere Ausdehnungen, als ein Lkw ohne Ausnahmegenehmigung aufweisen darf. Warntafeln am Heck des Tiefbettaufliegers markieren das Ende des Moduls, „und dann kommen halt noch 2,80 Meter, das Fahrwerk“, ergänzt der Pfau-Mitarbeiter. Bauleiterin Lara Neumeister und ihr Kollege Timo Stock haben den Pfau-Schwertransport schon erwartet. Fotos (13): Schmalenbach Kurz vor dem Ziel wird es noch einmal eng. Fast drei Stunden Geduld muss er haben, bis er auf der Eitorfer Baustelle an der Reihe ist und Ralf Beil mit seinem rot-weißen Begleitfahrzeug zum Parkplatz kommt. Die beiden besprechen sich kurz. Reich fragt, welchen Kanal für den Funk Beil nutzen werde. Es sei 5 FM, antwortet der aus Großlohra stammende Fahrer des „Begleiters“.Per Funk halten die zwei Kontakt auf dem letzten Streckenabschnitt bis auf die Kleusberg-Baustelle. Der vorausfahrende Ralf Beil gibt Stephan Reich auf diese Weise Informationen zum Streckenverlauf oder wenn er vorzieht, um im Kreuzungsbereich den Gegenverkehr anzuhalten, damit Reich sein großes Gefährt gut „um die Ecken bringen“ kann. Auf den letzten paar hundert Metern seiner Strecke wird es noch einmal deutlich enger, es geht durch ein Wohngebiet, an welches angrenzend die in der kommunalen Planung „West III“ genannte Kita gebaut wird. Überall sind Halteverbotsschilder aufgestellt worden: Würde hier jetzt noch ein Pkw geparkt, gäbe es kein Durchkommen mit dem Modul auf dem Pfau-Tiefbett. Ralf Beil lenkt die beiden Hinterachsen, während Stephan Reich rückwärts auf die Baustelle fährt. Das jedoch ist wichtig: Auf der Baustelle wartet unter anderem schon Kleusberg-Bauleiterin Lara Neumeister auf den Schwertransport. Acht Module, wie der Pfau-Schwertransport gerade eines heranschafft, könnten pro Tag maximal „gestellt“ werden, schildert sie. 32 davon seien insgesamt nötig für den Neubau des Kindergartens, der in Eitorf entsteht. Die Bauleiterin sagt, dass so ein Projekt eine enorme Teamleistung sei: „Jeder Handwerker ist wichtig, jeder einzelne.“ Und sie sagt auch, dass die Module, wie Stephan Reich gerade eines abliefert, in der vorgesehenen Reihenfolge und im richtigen zeitlichen Ablauf kommen müssen: „Wir können nicht einfach eines auf die Wiese stellen, wenn eines, das zuvor eingebaut werden muss, nicht da ist!“, betont Neumeister. Das sei im ersten Obergeschoss, für das das von Pfau gefahrene Modul benötigt wird, schon aufgrund statischer Erwägungen unmöglich, da die Module stets auf Trägern des darunter befindlichen positioniert werden müssten. Ein perfektes Timing ist für den Baufortschritt essentiell. Auch mächtige Forstmaschinen wie diesen „PONSSE Scorpion Giant“ transportiert Pfau mit dem Tiefbett. Der PONSSE-Generalimporteur Wahlers Forsttechnik lobt in einem Social-Media-Post zu diesem Panorama in der Obersteiermark: „Ein großes Dankeschön an die Pfau GmbH für den reibungslosen und professionellen…

Aus der Baugrube in den Wald

Markus Köhler ist offenbar jemand, der sich gerne neuen Aufgaben stellt. Einst absolvierte er erfolgreich sowohl die Lehre zum Konditor als auch die zum Koch. Gerade jedoch ist er an einem frühlingshaften Tag unter blauem Himmel beruflich in einem Eichenwald unterwegs und steuert so spielerisch wie präzise einen Kettenbagger durch den Forst, um Rückegassen anzulegen (siehe „Gassen für den Hauberg, Brennholz für daheim“). Das Logo des Kirburger Unternehmens Pfau ist auf dessen Verstellausleger zu sehen. Markus Köhler arbeitete jahrelang am Herd, im Schwäbischen wie dem Siegerland. Doch arbeitgeberseitige Versprechungen wurden nicht eingehalten, verärgert hing er die Schürze irgendwann an den Nagel. Gleichwohl hat er bereits seit Kindheitstagen ebenso Interesse an schweren Baumaschinen, trotz seiner augenscheinlich vorhandenen, eher filigranen Fähigkeiten beim Verzieren von Torten und Ausgarnieren von Tellergerichten. Als dann ein Tiefbauunternehmer in einer Daadener Kneipe vorschlug, Köhler solle doch bei ihm als Baggerfahrer beginnen, wechselte er die Branche. 28 Jahre lang hielt der in Friedewald Lebende der Tiefbaufirma die Treue. Allerdings standen dort eines Tages Veränderungen an. Der Chef wollte altersbedingt verkleinern. Dass der routinierte Baggerfahrer daraufhin womöglich zu einem anderen Arbeitgeber wechseln würde, erfuhr man auch bei Pfau. Von dort, wie von weiteren Unternehmen, bekam Markus Köhler das Angebot, einzusteigen, und da er das seinerzeit noch in Mauden (heute Kirburg) beheimatete Unternehmen schon von gemeinsamen Baustellen kannte und schätzte, wechselte er. Das liegt nun drei Jahre zurück, und wenn man jetzt mit Markus Köhler über sein Berufsleben spricht, so bezeichnet er den Wechsel zu Pfau als ausgesprochen gute Entscheidung.„Ich finde, dass es für mich jetzt noch abwechslungsreicher ist – das ist, was mich reizt, muss ich sagen“, erklärt der Baggerprofi. Es spricht davon, dass er einerseits mit der Raupe einen Maschinenweg im Haubergswald freilegt dann wieder mit dem „Woodcracker“ Bäume entnimmt, aus denen hochwertiges Brennholz wird, und tags darauf vielleicht schon wieder eine Ausschachtung für ein Wohnhausbau vornimmt. „Es ist dabei natürlich ein enormes Vertrauen im Unternehmen vorhanden“, betont Köhler. „Die stellen mir hier alles hin an Maschinen, und ich erledige alles selbständig. Der Alexander (Anm. d. Red.: Köhlers Chef Alexander Pfau) ist nur einmal zum Gucken hier gewesen“, sagt der Westerwälder und meint damit seine mehrtägige, eigenständige Arbeit mit dem Forstbagger in einem Niederwald. Markus Köhler hat neben dem ihm gefallenden  Abwechslungsreichtum einen weiteren Vorteil hinsichtlich des breiten Tätigkeitsspektrums bei Pfau ausgemacht: „Ich finde es gut bei Pfau, dass wir so breit aufgestellt sind – gerade in der heutigen Zeit. Anders als in anderen, reinen Baufirmen, gibt es niemals die Situation, dass gerade nichts zu tun ist“, beschreibt er. „Das finde ich super. Im Baugewerbe ist es derzeit ruhiger als früher. Das kann uns in Anführungsstrichen egal sein, weil wir immer genug andere Arbeit haben! Wenn wir nicht im Tiefbau tätig sind, haben wir Aufgaben im Wald – ob ich jetzt mit dem Traktor mulche, im Wegebau aktiv bin ober bei der Verkehrssicherung an Straßen.“ Natürlich ist für so verschiedene Herausforderungen zugleich eine Vielfalt an Fähigkeiten erforderlich. Markus Köhler muss sich schließlich mit recht unter- schiedlichen Fahrzeugen und Baumaschinen auskennen und mit jeder zentimetergenau arbeiten können. Die Vielfalt in seiner jetzigen Firma gefalle ihm, sagt der Baggerfahrer (rechts). Fotos: Schmalenbach Er hat Spaß an der Arbeit, darum könne er sich auch in wechselnde Aufgaben einarbeiten, betont Markus Köhler. Das „A und O“ beim Arbeiten im Wald sei dabei, „den Bodendruck ständig im Blick zu haben sowie auf die Wurzelstöcke aufzupassen: Wo kann ich mit meiner Kette herfahren?“, deutet Markus Köhler auf die beiden je vier Tonnen schweren Metallstränge, auf denen sich sein „Volvo ECR235EL“ bewegt. Es sei erst ein paar Tage her, dass ihm, zum ersten Mal in seiner jahrzehntelangen beruflichen Laufbahn, an einem extrem regenreichen Tag eine Kette abgesprungen sei. „Ich musste eine Gasse wieder nach oben und darum wegen des Bodendrucks versetzt neben den Spuren fahren. Dann kommst du irgendwann in die Wurzelstöcke. Wenn du den Bagger dann nur ein ganz klein bisschen drehst, dann wirft dir die Eiche die Kette runter – die Eichen sind sehr stabil! Du musst wirklich extrem darauf aufpassen im Wald.“Ebenso sei die Hangneigung und der zuweilen aufgeweichte Boden ein Faktor – anders als im Tiefbau an einer Straße, wo man wunderbar gerade stehe mit dem schweren Gerät: „Auf jeden Fall“, nickt Köhler, „deswegen habe ich immer das Schild am Bagger nach vorne, wenn ich bergab fahre. Kommst du ins Rutschen, lässt du das runter und dann bleibt der Bagger stehen.“ Ohnehin sei es im Wald wichtig, ohne Hektik zu arbeiten, kontrolliert jede Bewegung abzuwägen. „Schon alleine, um keine Pflanzen zu schädigen, die stehenbleiben sollen. “ Aber genau das möge er an der Arbeit im Forst: Man müsse sich noch mehr konzentrieren als sonst bei Baggerarbeiten. „Das spricht mich sehr an. Im Tiefbau hast du normalerweise Platz. Da gibt es andererseits Kriterien, die wiederum hier im Wald keine Rolle spielen. Du musst zum Beispiel auf deine Höhen aufpassen.“ Man erlebt mit Markus Köhler einen super netten Zeitgenossen, der eine große Zufriedenheit ausstrahlt – zufrieden mit dem, was er im beruflichen Alltag tut. Man könnte als Laie glatt vergsssen, dass dabei alles gar nicht so einfach sein dürfte, wie es aussieht: Mit dem „Woodcracker“, der am Bagger montiert ist, kann man zugleich Baumstämme festhalten, abschneiden und außerdem mit einem „Sammler“ dünnere Stämme zusammentragen, ehe man das Holz neben der Rückegasse ablegt. Das dürfte koordinativ recht fordernd sein, zumal ja alle sonstigen Bewegungen der Baumaschine zeitgleich hinzukommen. Man müsse eben ein Interesse an dieser Arbeit haben, an den Maschinen, nickt der Westerwälder, darauf angesprochen. „Mein Lebensmotto ist immer gewesen: Es gibt nichts, das man nicht lernen kann, wenn man Spaß daran hat. Und wenn du Spaß an etwas hast, lernst du es auch.“ Seine Arbeit, sagt Köhler, sei bei seinem heutigen Arbeitgeber noch umfangereicher, als vorher im reinen Tiefbauunternehmen. „Und das ist, was ich bei Pfau mag: diese Vielfalt. Es ist nie monoton, das finde ich schön.“Aus der Konditorei in den Tiefbau, vom Tiefbau in den Wald: Wie hatte Markus Köhler gesagt? Es gibt nichts, das man nicht lernen kann. Wenn man…

Gassen für den Hauberg, Brennholz für daheim

30, 40 Jahre lang, so schätzt Markus Köhler, ist der Weg wohl nicht mehr gepflegt worden. Dieser „Maschinenweg“ wurde einst zwar eigens für die Holzabfuhr angelegt, doch ein „normales“ Fahrzeug könnte hier heute nicht mehr fahren; nicht einmal ein Rückezug. Farne, Brombeeren, durchaus schon stattliche Fichten stehen im Weg. Die Natur hat die vormals freien Flächen am Waldrand zurückerobert, der zugewucherte Pfad ist kaum mehr auszumachen. Markus Köhler muss erst Platz schaffen – mit einer Raupe, die Pfau neben vielen anderen Maschinen im Einsatz hat. Der 160 PS starke Dieselmotor mit einem ladeluftgekühlten Turbolader bewegt die „Liebherr 724“ scheinbar unaufhaltsam nach vorne: Köhler kann im Weg stehende Pflanzen leicht mit dem Schild des Geräts zur Seite schieben, die hier in diesem Eichenbestand nicht geplanten Nadelbäume einfach umwerfen und den freigelegten Boden zugleich mit der Maschine ebnen. „LGP“ steht an deren Karosserie, was „Low Ground Pressure“ bedeute und laut Hersteller darauf hinweise, dass die Raupe ausdrücklich für weiche Böden mit geringem Bodendruck konzipiert wurde – so, wie sie eben auch im Wald vorhanden sind.Das bodenschonende Arbeiten wird im weiteren Verlauf von Markus Köhlers Einsatz in diesem Haubergswald noch eine große Rolle spielen, wenn er später die vom Förster vorab markierten Rückegassen anlegen wird. Die sollen hangabwärts in den von dem Pfau-Mitarbeiter mit der Raupe freigelegten Abfuhrweg münden. Dieser Pfad befindet sich als unterster von drei Wegen am Fuß eines Hanges in einem Haubergswald zwischen Daaden und Herdorf, einem klassischen Niederwald. So ein Niederwald ist über viele Jahrzehnte charakteristisch gewesen für die Kulturlandschaft heimischer Mittelgebirge. In der heutigen Forstwirtschaft eher selten, fällt der vergleichsweise niedrige sowie unterschiedlich hohe Wuchs dieser historischen Nutzungsform auf, die im 19. und 20. Jahrhundert noch häufig vorhanden und laut Landesforsten Rheinland-Pfalz die in Rheinland-Pfalz vorherrschende Bewirtschaftungsart war. Mit dem „Woodcracker“ lassen sich einzelne Bäume entnehmen. Nach dem Raupeneinsatz ist der Maschinenweg wieder offen. Inzwischen ist der Anteil des Niederwaldes an der Gesamtwaldfläche in Deutschland auf weniger als drei Prozent gesunken. Die meisten entsprechenden Flächen wurden in überwiegend mehreren Schritten in Fichten-Hochwald umgewandelt. Doch dort, wo Markus Köhler fleißig ist, befindet sich weiterhin ein solcher Niederwald.Der typische Niederwald wurde früher überwiegend durch Selbstwerber aufgearbeitet, was auch seine Vielgestaltigkeit erklärte: Auf manchen Parzellen wurde alles kahl gefällt, während direkt nebenan ein geschlossener Eichenwald aufragte. In diesem Haubergswald zwischen Daaden und Herdorf jedoch sind die Dimensionen allerdings schon zu groß für den „motormanuellen Einschlag“ durch Laien, die sich hier ihr Brennholz selbst machen würden. Zugleich ist das Holz sehr krumm, wäre also mit einem „Harvester“ nur bedingt zu bearbeiten.Markus Köhler steigt darum nach der Arbeit mit der Raupe auf dem unteren Weg in einen Bagger um, den er im Haubergswald gleichermaßen zur Verfügung hat. Diese Maschine steht gerade weiter oben auf dem mittleren Abfuhrweg und ist mit einem „Woodcracker“ ausgerüstet.   „Woodcracker“, so nennt das österreichische Maschinenbauunternehmen „Westtech“ das komplexe Anbauaggregat, über das Pfau verfügt und das gerade an Köhlers „Volvo“-Bagger montiert ist. Das Werkzeug kann er allseitig drehen und neigen. An dessen oberem Ende ist ein Greifer angebracht, mit dem der Baggerfahrer einen Baum sicher festhalten und mit einem darunter angebrachten Messer „abknipsen“ sowie in Abschnitte zerteilen kann. Gleichwohl fordern einige der hier im Hauberg stehenden Eichen das Gerät bis an seine Leistungsgrenzen, Markus Köhler muss mehrfach „knipsen“, bis manche Stämme zerteilt sind. Zwischen Greifer und Messer ist ein drittes Werkzeug vorhanden, ein „Sammler“, mit dem der Pfau-Mitarbeiter erst mehrere dünnere Äste zusammentragen kann, ehe er sie zur Seite legt. Markus Köhler arbeitet sich mit diesem so ausgerüsteten „Volvo“ behutsam durch den Wald nach unten. Er bleibt dabei immer zwischen zwei Bäumen, die links und rechts von ihm durch den Förster mit weißen Streifen gekennzeichnet worden sind und die (Einfahrt in die) Rückegasse markieren. Dazwischen sind immer wieder mit einem roten Strich versehene Bäume zu erkennen, die ungefähr in der Mitte der Rückegasse stehen, die mit dem Forstbagger angelegt wird. Mit den weißen Streifen an den Bäumen links und rechts hat der Förster die spätere Einfahrt zur Gasse markiert, die Markus Köhler hier anlegen soll. Der Forstbagger ist optimal für sehr gezieltes Arbeiten im Bestand. Das Fahren auf Ästen, die ohnehin gehackt werden, schont den Boden. Der Baggerfahrer sortiert die als Brennholz geeigneten Stämme direkt mit dem „Woodcracker“. Die Bäume zwischen den markierten Stämmen an den Seiten soll Markus Köhler dazu mit dem „Woodcracker“ entnehmen. Aus diesen soll Brennholz werden. Pfau leistet das „Abknipsen“ auf Wunsch als Dienstleistung für Waldbesitzer, die das so gewonnene Brennholz anschließend selbst verkaufen können. Ebenso bietet Pfau an, Bestände komplett zu übernehmen. Die gehen dann beim Kirburger Unternehmen in die hauseigene Brennholzproduktion mittels Spaltautomat (die „PFAU-NACHRICHTEN“ berichteten – siehe „Brennholz aus dem neuen Automaten“). Eine gleichzeitige Durchforstung wäre gleichwohl ebenso möglich. In diesem Wald jedoch war nur die Gassenanlage gewünscht, so dass ausschließlich Bäume zu Brennholz werden, die nach Maßgaben des Försters dort entnommen werden, wo nach Abschluss der Arbeiten die Rückegassen in einem Abstand von 30 Metern zueinander durch den Wald führen.Im zweiten Schritt in vielleicht zwei oder drei Jahren wird üblicherweise auf solchen Flächen die „Dimensionierung“ vorgenommen. Es werden also bei der Durchforstung Bäume – durchaus auch für eine stoffliche Nutzung als Eichenschnittholz – geerntet, damit andere, zukunftsträchtigere Pflanzen mehr Platz, Licht und Nahrung bekommen. Markus Köhler ist inzwischen bei der Anlage der einen Gasse durch diese nach unten gefahren, wechselt nun in die benachbarte und fährt dabei vom unteren wieder nach oben zum mittleren Weg. Dort dreht er erneut, die übernächste Gasse wird abermals bergab angelegt. So soll die Bodenverdichtung gering gehalten werden, da der Bagger jede Stelle nur einmal befahren muss. Und noch einen Trick zugunsten des Bodens wendet der Pfau-Mitarbeiter bei seinem Baggereinsatz an: Die Astkronen der entnommenen Bäume schneidet er zunächst mit dem „Woodcracker“ vom dickeren Teil des Stammes ab und legt sie auf separaten Stapeln zusammen. Sie werden später direkt im Wald gehäckselt, um Material für ökologisch sinnvolle Hackschnit- zelheizungen zu gewinnen. „Zuvor jedoch lege ich mir einige Äste hier an diese Stellen, wo es sehr steil ist“, deutet Markus Köhler auf eine der Rückegassen, „in…

Ohne schriftliche Bewerbung zum neuen Job

Ehe Lukas Mertens im März 2020 Teil des Pfau-Teams wurde, war er in einem Tief- und Straßenbauunternehmen tätig, das unter anderem viele Außenanlagen gestaltet oder defekte Wasserleitungen erneuert hat. Im vorangegangenen Winter hatte der Hachenburger sogar noch die Zusatzqualifikation als Berufskraftfahrer erworben. „Den Lkw-Führerschein hatte ich eigentlich gemacht, um für meinen damaligen Arbeitgeber noch flexibler einsetzbar zu sein“, schildert er. Doch der vorherige Arbeitgeber – das missfiel Mertens zusehends – konnte ihm keine richtige Perspektive für die Zukunft bieten. „Oder wollte es vielleicht auch nicht“, sagt der Westerwälder heute. Es nimmt nicht Wunder, dass die beruflichen Gegebenheiten zu Beginn des Jahres 2020 in Lukas Mertens eine immer größere Unzufriedenheit entstehen ließen. Irgendwann wünschte er sich eine Veränderung. „Da habe ich mir – weil ich beim Autofahren schon oft ein Holzauto von Pfau vor mir hatte – gedacht: ‚Probiere es doch einfach einmal initiativ dort.‘ Zumal ich ja von meiner Ausbildung her eigentlich aus der Branche komme“, erzählt Mertens. Denn dereinst hatte er in der Eifel erfolgreich die dreijährige forstwirtschaftliche Ausbildung zum Forstwerker absolviert, zu der Bereiche wie das Pflanzen, die Kulturpflege, das Läutern sowie Fällen und vieles mehr gehören. „Man muss auch die lateinischen Namen der Pflanzen lernen“, blickt der jetzige Pfau-Mitarbeiter zurück. Die duale Ausbildung in einem Betrieb und der zuständigen Berufsschule schloss er als Drittbester seines Kurses ab. Der Westerwälder mag es, mit Holz zu arbeiten und ist bei Pfau auch beim „motormanuellen Fällen“ im Wald im Einsatz. Seine Initiative war erfolgreich, Alexander Pfau bat Lukas Mertens ganz unkompliziert am Telefon: „Komm‘ mal vorbei.“ „Und dann haben wir einen Termin ausgemacht – so schnell kam ich zu einem Vorstellungsgepräch“, freut er sich noch heute, „ohne eine vorherige schriftliche Bewerbung!“ Mitte Januar erfolgte damals der erste, telefonische Kontakt, „eine Woche später hatte ich bereits das Gespräch – und schon am 1. März konnte ich anfangen bei Pfau. Das passte genau, da ich im alten Betrieb noch einen Monat Kündigunsfrist hatte“, betont Mertens.   Zu Beginn seiner neuen Tätigkeit bei Pfau war er mit der Motorsäge und einem Traktor samt Forstseilwinde viel im Wald aktiv, „um Windwurf für den ‚Harvester‘ vorzuliefern“, erläutert der Fachmann. Anschließend war er genauso im Einsatz, um Sägewerke mit Holz zu versorgen. „Da bin ich viel die ‚Sauerlandlinie‘ entlang gefahren.“ Ebenso bugsierte er unter anderem Überseecontainer, mit denen die enormen Mengen „Käferholz“ von vom Borkenkäfer heimgesuchten Kalamitätsflächen verschifft werden mussten, weil die inländischen Sägewerke gar nicht die ausreichende Kapazität hatten, um die plötzlich anfallenden Massen zu verarbeiten. Bei allem half der eigentlich noch für den alten Arbeitgeber erworbene Lkw-Führerschein, der dem Fleißigen aber derart vielfältige Betätigungsfelder nicht geboten hatte. Lukas Mertens (im Mercedes) kann aufgrund seines Führerscheins jederzeit die Tiefbau-Kollegen unterstützen. Anders vom Start weg bei Pfau: „Unseren ältesten Auflieger, den wir – leider – nicht mehr haben, den haben wir ‚Eisenschwein‘ genannt. Der bestand nur aus Stahl! Unkaputtbar“, lacht Lukas Mertens. Mit jenem und einem Mercedes-„Actros“ V8 war er im Dienste Pfaus offenbar so gut unterwegs, dass ihm daraufhin sogar der Langholztransport zugetraut wurde. „So bin ich dann zum Langholz-Fahren gekommen – innerhalb weniger Wochen! Das war schon eine große Umstellung“, erinnert sich der Hachenburger, „weil du den Nachläufer hinten separat von drinnen lenken kannst. Das ist etwas anderes, als mit einem normalen Sattelauflieger – gerade das Rückwärtsfahren, weil du dann quasi für zwei Fahrzeuge denken musst.“ Auch Tieflader seines Arbeitgebers bewegt er bald schon, um Forstmaschinen wie den Rückezug oder den „Harvester“ zu Einsatzstellen zu bringen. „Da hat der Ulrich Pfau mir schon am Anfang mehr zugetraut, als ich mir selber zugetraut hätte. Aber im Nachhinein war es die richtige Entscheidung von ihm“, sagt der Pfau-Mitarbeiter, „irgendwann hat das alles richtig Spaß gemacht.“Lukas Mertens hätte bei Pfau ebenso die Möglichkeit gehabt, im Fernverkehr unterwegs zu sein, was ihm jedoch nicht zusagte. Stattdessen arbeitete er begeistert mehr und mehr in der Pfau-Tiefbauabteilung mit, brachte sich fleißig im Wegebau ein. Wieder und wieder setzt er seine Fähigkeiten der Forstwirtschaft ein, wenn etwa jemand zum „Zufällen“ gebraucht wird, weil eine Fläche nicht rein maschinell bearbeitet werden kann. Und seit kurzem zeichnet er verantwortlich für den Betrieb der Pfau-Brennholz-Produktion in einer der Kirburger Hallen des Unternehmens (die „PFAU-NACHRICHTEN“ berichteten). Konzentriert arbeitet der Hachenburger am Sägespaltautomat. Getrocknetes Brennholz (in einer Pfau-Halle): Der Forstwerker achtet auf Top-Qualität. Fotos: Schmalenbach Lukas Mertens findet es höchst sinnvoll, wie er hervorhebt, wenn es beim Brennholz-Thema feste Zuständigkeiten gibt. „Und nicht fünf verschiedene Leute an so einer Maschine arbeiten“, deutet er auf den Sägespaltautomat. Mit diesem können hochwertige Holzscheite verschiedener Längen produziert werden, zum Beispiel aus dem in Niederdreisbach bei Verkehrssicherungsmaßnahmen entnommenen Holz (siehe „Sicherer Verkehr, nachhaltige Verwertung“). „Denn jeder macht etwas anders, geht anders mit der Maschine um“, begründet er sein Plädoyer. „Wenn ein oder zwei Mitarbeiter sich federführend mit dem Thema beschäftigen, hat es den Vorteil, dass die immer wissen, was an Holz da ist, in welchem Stadium es gerade ist, welche getrockneten Holzarten vorhanden sind und sofort nutzbar – da ist der Überblick besser.“ Im Übrigen komme jedem Maschinenführer letztlich eine große Verantwortung dafür zu, dass die Pfau-Kunden verlässlich nur Top-Qualität mit jeder Brennholz-Lieferung erhalten, findet er. Ohnehin scheint das Thema „Holz“ Lukas Mertens in gewisser Weise in die Wiege gelegt worden zu sein: Sein Opa war schließlich Revierförster im Hunsrück. Der Vater ist gelernter Schreinermeister. Seine Eltern zogen in ihren Zwanzigern der Arbeit wegen vom Hunsrück zurück nach Hachenburg, von wo auch eine Oma Mertens‘ stammte. „Ich bin ebenfalls wieder gebürtiger Hachenburger, bin in dritter Generation wieder ein echter Wäller“, zwinkert der 33-Jährige (Anm. d. Red. Die Westerwälder bezeichnen sich selbst als „Wäller“). „Ich habe damit in gewisser Weise zum Ursprung zurückgefunden“, schmunzelt er, „nicht nur in den Westerwald, sondern genauso wieder in Richtung Wald und zum Holz als Ausgangsmaterial für vieles, das uns im Alltag begegnet!“ Bei Lukas Mertens‘ zwei jüngeren Geschwistern scheint die Leidenschaft des großen Bruders für Holz hingegen zu fehlen: Seine Schwester ist Erzieherin in der Kita, der Bruder kümmert sich für ein hessisches Unternehmen um die Bauleitung im Glasfaserbereich. Den ganzen Tag in einer…

Sicherer Verkehr, nachhaltige Verwertung

Sonst sind hier Menschen auf Trekkingrädern, Gravel- oder Montainbikes unterwegs. Einige strampeln einfach aus Spaß in der Freizeit, andere sausen auf dem Asdorftalradweg per E-Bike zur Arbeit oder bringen ihre Kinder mit dem Lastenrad zur Kita. Doch heute ist diese Route, die Kirchen mit Oberasdorf verbindet, im Norden von Niederfischbach gesperrt. Anstelle von Radlern fahren Niklas und Benjamin darauf herum. Der eine Pfau-Mitarbeiter mit einem Mobilbagger, sein Kollege mit einem Rückezug. Sie führen im Auftrag der Gemeinde Verkehrssicherungsmaßnahmen durch – gleichzeitig wird dabei nachhaltig Brennholz und Material für Hackschnitzelheizungen gewonnen. Es sieht zum Teil recht spektakulär aus, wenn zehn, elf Meter lange Stämme durch die Luft zu „schweben“ scheinen: Niklas arbeitet sich mit dem Mobilbagger den Radweg entlang auf Niederfischbach zu. Am Arm der Baumaschine ist ein „Woodcracker“ montiert. Mit diesem greift der Pfau-Mitarbeiter immer wieder Sträucher und Bäume, die an der Böschung neben dem Asdorftalradweg aufragen, hält sie mit der oberen Zange des Anbaugerätes fest und schneidet sie mit einer ebenfalls daran befindlichen, hydraulischen Schere darunter ab. Vielfach schneidet Niklas den Baum zunächst etwa auf halber Höhe ab: Der obere Teil wird gehackt… …der untere, astfreie wird zu Brennholz. Der zuständige Förster hat zuvor jene Bäume markiert, die er als standsicher und somit als den Verkehr auf dem Radweg sowie der benachbarten Straße L 282 nicht gefährdend einstuft. Sie sind mit einem pink Punkt gekennzeichnet, Niklas lässt sie unangetastet. Alle anderen greift er, wenn sie länger sind, zunächst in halber Höhe mit dem „Woodcracker“ und zerteilt sie. „Die oberen Stücke sind als Brennholz oft nicht geeignet, da sie zu dünn sind“, erklärt er, „sie werden später zu Hackschnitzeln gemacht und dementsprechend dennoch sinnvoll genutzt.“ Die dickeren und überwiegend astfreien unteren Teile hingegen könne man zu Brennholz verarbeiten, erläutert der Fachmann. Mit dem „Woodcracker“, der an einem Mobilbagger montiert ist, entnimmt Niklas Stamm für Stamm ganz präzise und kann das Holz direkt so schneiden, dass für Brennholz geeignete Abschnitte vom übrigen Teil der Bäume getrennt werden. Der Förster hat Bäume markiert, die standsicher sind und stehen bleiben können. Fotos: Schmalenbach Auf einen Stapel legt Niklas als Brennholz geeignete Stämme zusammen, auf einem anderen Äste und Sträucher und sortiert das Holz damit gleichzeitig vor. Das sieht zwar alles sehr spielerisch aus, ist mit dem „Volvo“-Mobilbagger, den Niklas einsetzt, aber vermutlich eine viel Konzentration, eine ausgesprochen ruhige Hand und ein sehr scharfes Auge erfordernde Arbeit! Denn der Baggerfahrer bugsiert das Holz zwischen den anderen Stämmen zentimetergenau heraus, legt es parallel neben dem Radweg ab (siehe VIDEO) und achtet bei jedem einzelnen „abgeknipsten“ Baum darauf, dass er ihn erst hoch über die Böschung hebt, ihn neigt und in dieselbe Richtung dreht, in welcher der Radweg verläuft, so dass die Stämme nicht über den Verkehr auf der nebenan verlaufenden Straße gehoben werden.     Dieser wird durch eine notwendige Ampelregelung eingeschränkt, die Landstraße zur Einbahnstraße, solange Niklas, Benjamin und ihre Kollegen fleißig sind: Die näher am Radweg verlaufende Fahrspur ist gesperrt, damit niemand zu Schaden kommt, sollte trotz aller Achtsamkeit doch einmal ein Ast neben den Radweg fallen. Ein Autofahrer, der durch die Ampelstrecke fährt, stoppt: „Sind Sie von der Presse? Schreiben Sie, was das für eine Schande ist!“, ruft er erregt durch das heruntergelassene Seitenfenster seines grauen Kombis. Ein Passant, der den mürrischen Zeitgenossen just gehört hat, entgegnet: „Naja, wenn man nichts macht und einem Radfahrer später ein abgebrochener Ast auf den Kopf fällt, ist der Schaden und die Aufregung hinterher auch wieder groß!“ Eine einspurige Verkehrsführung stellt sicher, dass genug Abstand zum Straßenverkehr vorhanden ist. Um das von Niklas abgeschnittene und zusammengelegte Holz kümmert sich als nächstes sein Kollege Benjamin. Er packt es mit dem Greifer seines Rückezugs, lädt es auf und fährt mit dem „Ponsse Buffalo“ zu einem Lagerplatz am Anfang des Baustellen-Abschnitts im Tal des Bächleins Asdorf. Dort ragen schon zwei große Haufen auf: links dünne Äste und kleinere Gehölze, die sich nicht als Brennholz eignen, wie Niklas just geschildert hatte. Rechts Ahorn-, Birken-, Buchen- und Eichenstämme, die nachfolgend abtransportiert und bei Pfau in Kirburg von Lukas (siehe „Ohne schriftliche Bewerbung zum neuen Job“) zu handlichen Holzscheiten verarbeitet werden. Anschließend erfolgt deren Trocknung auf einen Wert unter 20 Prozent Restfeuchte. Die Bundesimmissionsschutzverordnung schreibt vor, dass als trocken bezeichnetes Brennholz weniger als 20 Prozent Feuchtigkeit enthalten muss, wobei eine Restfeuchte von15 bis 18 Prozent als ideal gilt. So werden alle in Niederfischbach entnommenen Bäume voll verwertet: Sind sie dafür geeignet, wird daraus bei Pfau mittels Spaltautomat hochwertiges Brennholz gemacht. Alles andere Holz wird im neuen Jahr gehackt und geht als umweltfreundlicher Bioenergieträger in Hackschnitzelheizungen oder auch Kraftwerke zur Ökostromerzeugung. So erfährt der gesamte Baum – wenn er denn nach Meinung der zuständigen Stelle aus Verkehrssicherheitsgründen schon weichen muss – eine sinnvolle Nutzung. „Ich mach‘ mit dem Bagger so weit, wie ich von der Reichweite des Armes her komme“, beschreibt Niklas. „Der Rest, oben am Rand der Böschung, wird von meinen Kollegen Adrian und Claudia mit der Motorsäge zugefällt. Die zwei schneiden ohnehin alles nach, damit es hier wirklich sauber aussieht, wenn wir fertig sind.“ Ebenso komme die Motorsäge an jenen Stämmen zum Einsatz, die für die Schere am Bagger zu dick sind. „Der Ahorn ist fast wie Glas“, sagt Niklas auf die Frage, ob sich die verschiedenen Holzarten, die entlang des Asdorftalradwegs wachsen, beim Schneiden mit dem „Woodcracker“ unterschiedlich verhalten. „Manches Mal knipst du die oben ab und ein Splitter fliegt einige Meter weit weg. Da vorne“, deutet Niklas auf einen noch vor ihm liegenden, südlicheren Teil des Radwegs, „da stehen Robinien – die sind extrem zäh. Mitunter musst du das Werkzeug fünf- oder sechsmal auf- und zumachen!“ Neben dem Radweg soll nichts zurückbleiben, alles wird sofort vom Rückezug aufgeladen… …und zum Lagerplatz gebracht. Generell werde für das spätere Brennholz ausschließlich Ahorn, Birke, Buche und Eiche verwendet, betont Niklas, „alles andere wie Erle, Weide oder Pappel wird gehackt.“ Insgesamt sechs Tage lang ist Pfau mit der Verkehrssicherungsmaßnahme im Auftrag der Gemeinde Niederfischbach beschäftigt. Bis zu acht Mitarbeiter gleichzeitig bringen die 1.700 Meter lange Strecke in die gewünschte Form. Dass Benjamin…

„Das fand ich richtig cool, ehrlich!“

Dennis Schäfer betätigt einen Schalter über seinem Kopf. Elektrisch fährt eine Jalousie an der Windschutzscheibe seines „Actros L“ herunter, um den Pfau-Fahrer vor der blendenden Sonne zu schützen. Das Fahrzeug ist das neueste „Holzauto“ der Kirburger Firma und der erste fabrikneue Lkw, den Dennis, der seit November 2023 zum Team gehört, für seine tägliche Arbeit zur Verfügung gestellt bekommen hat. „Ich durfte mir bei der Ausstattung fast alles selbst aussuchen“, schwärmt er, während er auf dem Weg zu einer Ladestelle ist, an der schneebedecktes Eichenholz auf den Abtransport wartet. Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Doch in Internetforen hatte es um die Optik des neuesten „Actros“ aus dem Hause Mercedes eine Weile lang viele Diskussionen gegeben. Dabei kommen inzwischen mehr und mehr anfängliche Kritiker dahinter, dass die große Fläche, die die Front des Fahrzeugs über den tief unten angeordneten Lufteinlässen bietet, eine Menge nie gekannter Gestaltungmöglichkeiten eröffnet. Denis Schäfer hat sich für die Folierung des Fahrerhauses selbst ein Design überlegt, wie er schildert. Seine Chefs hätten ihm freigestellt, sich gemeinsam mit dem Fahrzeugbeschrifter Herwick aus Betzdorf etwas Originelles einfallen zu lassen. „Das fand ich richtig cool, ehrlich!“, freut er sich. Herausgekommen ist eine überaus dynamische und überzeugende Gestaltung. Dreidimensional wirkende Elemente in dunklem Grau, die den beleuchtbaren Mercedes-Stern einrahmen, in Kombination mit um die Türen herumgeführte weiße und schwarze „Schwingen“ geben dem hoch aufragenden Fahrzeug eine fast filigrane Silhouette Und der neueste Pfau-„Actros“ ist wirklich sehr hoch: „Hier hast du noch einmal eine Trittstufe mehr als sonst“, deutet Dennis Schäfer auf den Einstieg. „An die Höhe muss man sich beim Fahren auch erst einmal gewöhnen“, zwinkert er. Doch dafür ist der Innenraum entsprechend großzügig geschnitten: Drinnen kann man bequem aufrecht stehen, 1,99 Meter Platz ist zwischen Fußboden und Dach! Die Rungen sind verschiebbar, um Platz für den Anhänger zu haben. „Auch wenn man es nicht sieht: Im Vergleich zum Vorgänger ist das Fahrerhaus nach vorne knapp zehn Zentimeter länger geworden für die Aerodynamik. Die habe die Kraftstoffeffizienz erhöht“, erläutert Sascha Meckel weitere Gestaltungs- details. Er ist Verkäufer der Westerburger Mercedes-Niederlassung, bei der Pfau den „Actros 3353 L“ gekauft hat (siehe auch  „Der erste, den ich mir neu gekauft habe“). Der Hersteller selbst schreibt dazu: „Die (…) verlängerte Front ermöglicht ein noch aerodynamischeres Design. Jedes Detail der ‚ProCabin‘ wurde gestaltet, um die frontale Luftströmung möglichst widerstandsarm umzuleiten. Das Ergebnis: eine Effizienzsteigerung um bis zu drei Prozent im Vergleich zum Vorgänger.“ Die „ProCabin“, wie Mercedes das Konzept nennt, gibt es seit Januar. „Meines Wissens ist dieses hier der erste Kurzholzzug in Deutschland, der auf einem Mercedes mit ‚ProCabin‘-Design aufgebaut worden ist“, berichtet Dennis Schäfer. Diese Fahrerkabine bietet nicht nur in der Höhe ein nie dagewesenes Raumangebot: Auf der Beifahrerseite gibt es eine Lounge-Ecke, die so weit von der Frontscheibe zurück liegt, dass sich der Fahrer vom Beifahrersitz aus der Länge nach ausstrecken kann, ohne mit den Füßen bis ans Armaturenbrett zu kommen! Ein seitlich angebrachter Tisch ist herunterklappbar und bietet, etwa beim Essen, Komfort wie im Wohnmobil. „SoloStar Concept“ nennt der Lkw-Hersteller diesen Zuschnitt. Ein üppiges Platzangebot bringt ebenso die Koje mit, falls Dennis Schäfer doch einmal im Lkw übernachten muss: Sein Bett ist 750 Millimeter breit, 2.200 lang und verfügt über einen vollwertigen Lattenrost inklusiver einteiliger 7-Zonen-Kaltschaummatratze. Strenggenommen gibt es zwei Betten im Fahrzeug, doch Dennis Schäfer hat sich entschieden, das obere zu nutzen. „So habe ich nach vorne nicht einmal mehr die Lehne des Fahrersitzes im Weg, man schwebt darüber“, sagt er. Auch bei der technischen Ausstattung verfügt der 530 PS starke Sechs-Zylinder über eine Menge Annehmlichkeiten und Unterstützungen für den Fahrer. „Er hat so ein paar Alleinstellungsmerkmale wie die Assistenzsysteme oder die elektrische Lenkung, die er drin hat. Die ist sicher herausragend“, betonnt Sascha Meckel. Ebenso sei das neue Lichtkonzept sehr gut, „der hat jetzt Matrix-LED wie ein Pkw.“Das Cockpit ist volldigital, es gibt keinerlei analoge Anzeigen mehr. „Das hier ist das Multi-Media-Cockpit 2“, erklärt Dennis Schäfer. „Dieses interaktive Cockpit gibt es erst seit 6/25 – und der Lkw hier wurde gebaut am 10. Juli 2025.“ Der Arbeitsplatz des Fahrers ist technisch auf dem neuesten Stand. Der leere Anhänger fährt auf dem Motorwagen mit und wird mit dem Bordkran hinaufgehoben. „Hallo Mercedes! Temperatur auf 23 Grad“, sagt der Pfau-Mitarbeiter, während er das alles beschreibt. Die Sprachsteuerung funktioniert tadellos, die weibliche Computerstimme bestätigt die Anweisung. „Die Sprach- steuerung funktioniert gut selbst bei lauter Musik, bei offenem Fenster“, hat der Fahrer festgestellt. „Und der Sitz ist ebenfalls komplett überarbeitet worden. Der ist so bequem, du willst hier gar nicht mehr aussteigen, ehrlich“, schwärmt Dennis Schäfer. Sitz, Vorderachse und die gesamte Fahrerkabine sind luftgefedert. „Wenn ich mal unsere Geschäfte des Jahres 2025 Revue passieren lasse, dann ist dieser neue ‚Actros L‘ für Pfau schon unter den Top-3 ausgestatteten Autos!“, betont Mercedes-Mitarbeiter Sascha Meckel. Das erste Mal ein komplett neues Auto zur Verfügung gestellt zu bekommen, sei schon etwas Besonderes, unterstreicht Dennis Schäfer abermals: „Das ist schon cool – wenn du das erste Mal einsteigst, das erste Mal in einem ganz neuen Bett schläfst.“ Er schätzt es wert, dass sein Arbeitgeber ihm modernste Technik an die Hand gibt, um seinen Arbeitsalltag möglichst angenehm bewältigen zu können.     „Und das Design des ‚Actros‘ hat mir auch von Anfang an gefallen – ich fand es total toll und super innovativ.“ Ihm sage außerdem zu, dass der moderne Lkw im Pfaurot leuchtend unterwegs sei und den Schriftzug des Unternehmens trage: „Das zeigt auch, wie dynamisch und innovativ diese Firma unterwegs ist“, findet Dennis Schäfer, „das Auto ist ein super Aushängeschild. Es guckt halt jeder, das Auto ist überall Gesprächsthema, egal, wo man hinkommt – und nicht nur wegen des aufladbaren Systems, sondern wegen des Designs.“ Das aufladbare System, das der Holzfahrer erwähnt, ist der Anhänger des Kurzholzzuges: Den kann der routinierte Fahrer mithilfe seines Bordkrans greifen, auf die Ladefläche des Motorwagens stellen, auf dem dafür zunächst die Rungen beiseite geschoben werden können, und huckepack mitführen. So ist der leere Kurzholzzug wendiger auf dem Weg in den Wald und bei der Erkundung der Zufahrtswege,…

„Der erste, den ich mir neu gekauft habe“

An Uli Pfaus erste Fahrzeugbestellung bei ihm kann sich Sascha Meckel ausgesprochen gut erinnern: „So etwas ist mir nie wieder passiert; davor nicht und danach nicht!“ Damals war der Lkw-Verkaufsberater noch neu bei der Mercedes-Benz-Niederlassung in Westerburg. „Das war das schnellste Geschäft, das ich je gemacht habe“, blickt Meckel auf den Verkauf eines „Arocs“-Kippers zurück und lacht laut los. Jetzt hat Uli Pfau zusammen mit Fahrer Dennis Schäfer abermals einen nagelneuen Lkw in Westerburg abgeholt – einen „Actros L“ der jüngsten Generation. Zur Übergabe hat Pfau eine 19 Jahre alte Sattelzugmaschine mitgebracht, ebenfalls ein „Actros“, der seinerzeit das erste Neufahrzeug überhaupt in der Firmengeschichte des in Kirburg ansässigen Unternehmens gewesen ist. Über die Anschaffung des Dreiachs-Kippers der „Arocs“-Baureihe kann der Firmengründer noch heute schmunzeln: „In nur einem Telefonat: angeboten, Auftragsbestätigung erstellt, unter- schrieben, retourniert, fertig“, denkt Uli Pfau an seinen ersten Kontakt mit Verkäufer Sascha Meckel zurück. „Alles während des Telefonats: die Ausstattungsdetails heruntergeladen, gerechnet, Angebot erstellt, fünf Minuten über die Ausstattung geredet“, schüttelt Meckel, etwas ungläubig, den Kopf. „Dann haben wir noch ein bisschen Feinschliff am Preis gemacht, ich habe die Bestellung gedruckt, sie dem Uli per E-Mail geschickt, der Uli hat sie digital signiert – und das hat vielleicht 20 Minuten gedauert das Ganze! Eine Woche später, es war die Woche vor Weihnachten, stand das Auto hier“, schildert Meckel. Fachsimpeln zu dem „Actros“ neuester Bauart (links) und dem 2660, der bis heute ohne Probleme läuft: Dennis Schäfer, Jens Strunk, Uli Pfau (von links). Fotos: Schmalenbach Als das ungewöhnliche Geschäft abgewickelt wurde, da war die Westerburger Mercedes-Niederlassung noch nicht im Besitz der Schweizer „Merbag Holding AG“. Die Gesellschaft hat zum 1. April dieses Jahres die in Neuwied beheimatete, 1924 gegründete KBM-Gruppe übernommen, zu der das Westerburger Mercedes-Haus zu dem Zeitpunkt ebenso gehörte, wie die gleichermaßen von Merbag gekauften Standorte Alzey, Andernach, Bad Neuenahr- Ahrweiler, Idstein, Limburg, Mayen, Neuwied, Schierstein, Sinzig, Taunusstein, Weilburg und Wiesbaden. „Außerhalb der Schweiz und Deutschland ist Merbag auch in Luxemburg, Italien und Österreich tätig. Per 1. April 2025 werden europaweit 63 Standorte zur Merbag-Gruppe gehören und rund 4.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt“, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Gleichwohl war der Kipper, den Uli Pfau damals bei Sascha Meckel geordert hatte, nicht das erste Neufahrzeug, das der Westerwälder in Westerburg kaufte! Ihm wurde zuvor ein für ihn nützlicher, gebrauchten Auflieger aus Süddeutschland angeboten. Dieser hatte noch keine zweieinhalbtausend Kilometer Laufleistung und als Besonderheit vor allem einen Bordkran für das Auf- und Abladen von Holz. „Der war natürlich für mich interessant“, erzählt Pfau. Doch die Lieferzeit für entsprechende Nutzfahrzeuge betrug damals ein halbes Jahr, und solange wollte sich der Unternehmer den ohne passende Zugmaschinen nutzlosen Auflieger nicht auf den Hof stellen. „Ich sagte deswegen zum Verkäufer: ‚Ich gucke, ob ich etwas Passendes zeitnah bekommen kann – ansonsten lassen wir das Ganze‘“, so der Westerwälder.Uli Pfau fragte bei mehreren Lkw-Händlern an, unter anderem bei der Westerburger Niederlassung von Mercedes-Benz, mit der er zu dem Zeitpunkt noch kein Neuwagengeschäft abgewickelt hatte. Dort wusste man von einem 2006 gebauten „Actros“, der in der Ausstellung des Mercedes-Werkes in Wörth stand. In Wörth am Rhein befindet sich das nach Firmendarstellung größte Lkw- Montagewerk von „Mercedes-Benz Trucks“ . Es wurde schon 1963 gegründet und produziert „Arocs“, „Atego“ – und seit mehr als 20 Jahren den laut Mercedes „weltweit erfolgreichsten Schwer-Lkw“ „Actros“. „Am Jahresende, kurz vor Weihnachten, geben die in Wörth die Ausstellungsfahrzeuge immer ab, und der ‚Actros‘ in Wörth, den die Westerburger als Zugmaschine für mich gefunden hatten, passte“, sagt Pfau im Rückblick.Jedoch: Um das neue Zugfahrzeug mit dem gebrauchten „Holz-Auflieger“ zu nutzen, benötigte dieses einen anderen Nebenantrieb und eine größere Pumpe, um den Bordkran betreiben zu können. „Der Jens, es ist sein Spezialgebiet, hat dann alles an technischen Daten abgeglichen (Anm. d. Red.: Uli Pfau deutet auf den Westerburger Betriebs- und Serviceleiter Jens Strunk): ‚Jawoll, können wir passend machen.‘“ Der kleine, lediglich für eine Kippmulde gedachte Nebenantrieb, der im fabrikneuen „Actros“ verbaut war, wurde gegen einen größeren getauscht, der mit der Hydraulik des Krans zurecht kam und der neue „Actros“ aus der Wörther Ausstellung damit in Westerburg komplettiert. Die Westerburger Niederlassung, in der Jens Strunk (rechts) und Sascha Meckel arbeiten, gehört inzwischen zur Schweizer Holding. „Damals hatte der Jens allerdings das größte Bauchweh damit, denn das war der erste 600er, den die hier verkauft hatten“, erzählt Uli Pfau, „und dann hatte der auch noch das ‚Power-Shift‘, was damals neu war.“ (Anm. d. Red: Ein automatisches Getriebe, das zwar mechanisch schaltet, bei dem das Kuppeln und der eigentliche Schaltvorgang jedoch elektronisch geregelt sind, ohne, dass der Fahrer kuppeln und schalten müsste.) „Das war ein Prototyp mit dem automatisierten Getriebe ohne Kupplungspedal“, bestätigt Jens Strunk. Dieser habe ihn vor dem Kauf gewarnt, erinnert sich Uli Pfau: „Oh je, so ein Automatikgetriebe im Wald – das Auto steht am Ende nur in der Werkstatt! “ Uli Pfau lächelt zufrieden: „Das Auto hat nie in der Werkstatt gestanden, da war gar nichts…“ Neben dem gebrauchten Sattelauflieger mit Kran hat der Lkw ebenso einen firmeneigenen Tieflader gezogen, mit dem Pfau Forstmaschinen umsetzte. „Das war optimal hinsichtlich der Nutzlast, da man beim Tieflader nicht den Kran mitschleppen musste, weil der nicht am Motorwagen verbaut worden war. Und bei der Forstmaschine brauchst du jede Tonne“, erklärt Uli Pfau. Er fügt versonnen hinzu: „Das war der erste, den ich mir neu gekauft habe – deswegen hänge ich auch daran! Das war damals eine Nummer: Ein seinerzeit kleiner Laden wie wir kauft so ein Auto!“ „Das ist heute noch immer eine Nummer, Uli“, wirft Jens Strunk ein, „jeder der Ahnung hat, guckt hinterher.“   Das neue Arbeitsgerät von Dennis Schäfer (rechts) verfügt über einen aufladbaren Anhänger (siehe auch Seite 6). Uli Pfau lobt, dass der „Actros 2660“ aus 2006 unverwüstlich gewesen sei. Das Fahrzeug gibt es derzeit, 19 Jahre später, bei Pfau noch immer (obwohl die Holzautos im Unternehmen sonst in deutlich kürzeren Zyklen gegen neue ersetzt werden) – aber läuft nicht mehr im Tagesgeschäft. Das Gefährt hütet Uli Pfau wie seinen Augapfel. Es markiert für ihn den Beginn…

Zu lange nicht gepflegt

Sowohl private als auch staatliche Waldbesitzer sind die Auftraggeber für die Wegepflegearbeiten, die Pfau durchführt. Das Kirburger Unternehmen erfüllt gleichermaßen eine Reihe Rahmenverträge mit Kommunen. Diese regeln, dass die Pfau-Wegebauprofis den entsprechenden Pfad durch den Forst in einem definierten Zustand erhalten. Sie tragen dabei zum Beispiel Sorge dafür, dass Schlaglöcher nicht immer größer, sondern rechtzeitig beseitigt werden. Und ebenso, dass die Wege von Zeit zu Zeit abgefahren, aufgerissen und hergerichtet werden, wie im Fall der Verbindungsstrecken im Höhner Wald (siehe „Nur trocken gut“). Hier muss erst einmal eine Abflussmöglichkeit für das stehende Wasser geschaffen werden. Pfau legt dazu mit Baggern einen Seitengraben an. Einige hundert Meter von der Baustelle, an der Uli Pfau in vergleichsweise kurzer Zeit wieder eine erstklassige Beschaffenheit des Weges in der Kommune Höhn erzielt hat, ist sein Mitarbeiter Markus Köhler noch mit einem Radbagger im Einsatz. Er legt auf der Oberseite des dortigen Waldweges einen Graben an, damit der Pfad überhaupt einmal trocken wird. Er ist in diesem Bereich äußerst matschig, nur noch mit geländegängigen Fahrzeugen wirklich gut zu nutzen. Abermals geht es bei der Maßnahme um die Regenwassermengen, die ein Wald aufnimmt. Der Wasserabfluss über den neuen Graben soll zukünftig mindestens 50 Zentimeter tiefer als der Wegekörper verlaufen. „Dadurch bleibt dieser trocken und eben auch stabil“, erläutert Uli Pfau, der die Tiefbauabteilung von Pfau leitet. „Wir vertreten die Meinung, dass es am sinnvollsten ist, das Wasser immer auf so kurzem Weg wie möglich seitlich vom Waldweg wegzuleiten und nicht erst der Länge nach entlang zu schicken bis zu gewissen Punkten, wo dann Querrinnen angelegt wurden, die das Wasser ableiten.“ Diese, beschreibt Pfau, setzten sich ohnehin häufig zu, und das Wasser stehe somit schlussendlich doch wieder auf dem Weg. Allerdings: Nur durch die Grabenanlage wird der Abschnitt nicht in Ordnung zu bringen sein, dafür wurde er dem Anschein nach zu lange nicht gepflegt. Nach der  Grabenanlage, erläutert Markus Köhler, müssten darum knapp 600 Tonnen neues Material herangeschafft und eingebaut werden. Grundsätzlich asphaltierte Forststraßen sind keine echte Alternative, bedeuten sie doch einen ganz anderen (insbesondere finanziellen) Aufwand bei der Anlage. Und selbst eine Asphaltdecke hält nicht dauerhaft, sondern wird vom Befahren abgenutzt und von Wurzeln beschädigt. Zudem wären Asphaltdecken grundsätzlich ein negativer Beitrag zur in Deutschland ohnehin viel zu hohen Flächenversiegelung! „Ausweislich der amtlichen Flächenstatistik des Bundes wurden in Deutschland im Vierjahresmittel 2020 bis 2023 jeden Tag durchschnittlich rund 51 Hektar als Siedlungsflächen und Verkehrsflächen neu ausgewiesen. Dies entspricht einer Fläche von circa 71 Fußballfeldern täglich“, ist in diesem Zusammenhang beim Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit zu erfahren. „Etwa 45 Prozent der Siedlungs- und Verkehrsflächen sind in Deutschland aktuell versiegelt, das heißt bebaut, betoniert, asphaltiert, gepflastert oder anderweitig befestigt“, so das Umweltbundesamt dazu. „Die Zunahme versiegelter Flächen ist vor allem auf das stetige Wachstum der Verkehrsflächen zurückzuführen, denn mit 50 bis 70 Prozent weisen Verkehrsflächen einen relativ hohen Anteil versiegelter Fläche auf.“ #gallery-1 { margin: auto; } #gallery-1 .gallery-item { float: left; margin-top: 10px; text-align: center; width: 16%; } #gallery-1 img { border: 2px solid #cfcfcf; } #gallery-1 .gallery-caption { margin-left: 0; } /* see gallery_shortcode() in wp-includes/media.php */ Das Loch muss beseitigt werden, ehe es weiter wächst. Dazu wird es mit den Meißeln zerstört… …und mit dem umgebenden Material vermischt. Anschließend wird das Material gleichmäßig verteilt… …und wieder verdichtet, so dass anstelle… …des Schlaglochs ein ebener Weg vorhanden ist. HIER WEITERLESEN: Pfau-Nachrichten zum Download

Nur trocken gut

Langsam senkt sich das Schild des „Anbaugraders“. Uli Pfau gibt Gas, der „John Deere 6830 Premium“ zieht die Vorrichtung am Heck des Treckers mühelos über einen Weg im Kommunalwald der Gemeinde Höhn im Westerburger Land. Mit dem grünen Schlepper und dem Gerät dahinter schält Pfau die Humusschicht, die sich oben auf dem Wegekörper gebildet hat, ebenso vom Weg ab wie bereits üppig darauf sprießende Pflanzen. Es ist nicht selten, dass bei Waldwegen, die zwar stark vergrast sind, das darunter befindliche „Material“, wie die Wegebau- und Wegepflegeprofis sagen (in der Regel Schotter), dennoch ausreichend, fest und weiterhin nutzbar ist. Neuer Schotter braucht demnach nicht aufgebracht werden. Jedoch sollte der Wegekörper in mehreren Durchgängen bearbeitet werden, damit der Waldweg anschließend wieder in einem belast- und haltbaren Zustand ist.Nachdem die oberste Schicht auf dem Höhner Waldweg mit dem Grader abgetragen worden ist und ebenso der Humus an den Banketten mit dem Schild des Gerätes nach außen geschoben worden ist (so dass Regenwasser später rasch seitlich vom Weg abfließen kann), setzt Uli Pfau sich selbst drehende Rundschaftmeißel ein, die ebenfalls an der Baumaschine vorhanden sind. Sie reißen die Oberfläche bis maximal zehn Zentimeter Tiefe auf und mischen dabei zugleich das Material neu.Anschließend wird abermals das Schild des Graders verwendet. Damit wird das aufgelockerte Material gleichmäßig auf einem intakten Wegeprofil verteilt oder, falls nötig, das Profil modelliert. Häufig formt man dabei ein „Dachprofil“, das absichtlich von der Mitte zu den Seiten abfällt – ebenfalls im Bestreben, Wasser vom Weg herunter fließen zu lassen. Es solle stets rasch vom Pfad weg, nicht in Wegrichtung entlang laufen, betont Uli Pfau.Das leichte Aufreißen hat zugleich einen wichtigen Effekt bei etwaigen Schlaglöchern, die sich da und dort in Waldwegen bilden. Denn vom Rand eines Schlaglochs nach innen verläuft stets ein „Trichter“. Schafft man da nur neues, festes Material hinein, wird es beim Überfahren nach unten und an die Ränder gedrückt und vergrößert das Loch sogar noch! Darum sollte das Schlagloch vor jeder Ausbesserung durch die Meißel komplett zerstört werden, so dass nachfolgend wieder eine vollständige Bindung geschaffen werden kann. Im Fall des etwa 875 Meter langen Teilstücks einer insgesamt 7,5 Kilometer umfassenden Maßnahme in diesem Revier, das Pfau gerade bearbeitet, ist das Profil des Wegekörpers in Ordnung, weswegen Uli Pfau direkt zum dritten und letzten Arbeitsschritt übergeht: dem Verdichten.Dazu nutzt er an der Front des Schleppers angebaute, vibrierende Verdichterplatten. Diese sind zusätzlich zur Seite schwenkbar. Man kommt beim Bearbeiten also auch rechts und links über den Rand des eigentlichen Weges hinaus, wohingegen eine herkömmliche Walze lediglich in der Mitte fahren kann, da sie sonst ins Bankett rutschen würde. Deshalb kann die abfallende Kontur des Waldweges durchgängig bis auf die seitlich benachbarten Flächen geführt werden, wohin Regenwasser ablaufen soll.Denn nur ein trockener Weg ist ein guter Weg! Wasser ist wesentlich für die Vegetation, kann indessen den Zustand von Waldwegen massiv beeinflussen. Erst recht in Zeiten, in denen immer mehr Starkregenereignisse ein Übriges tun. Steht Wasser nachfolgend zu lange auf den Pfaden, dringt es mehr und mehr in den Wegekörper ein und setzt die Stabilität, mithin die Befahrbarkeit damit deutlich herab. Dieser Waldweg ist offenbar länger nicht gepflegt worden und darum bereits vergrast… …doch das Material darunter noch in Ordnung und deswegen nach den drei Arbeitsgängen wieder erstklassig befahrbar. Ein Beispiel, was passiert, wenn man die Waldwege nicht in dieser Weise offen hält, bietet inzwischen der bekannte Höhenzug „Stegskopf“ im Dreiländereck Rheinland-Pfalz-Hessen-Nordrhein-Westfalen. Auf dem Berg, der einst den Truppenübungsplatz Daaden beheimatete, hat man die Nutzung bewusst stillgelegt. Waren die dort vorhandenen Waldwege vormals selbst bequem mit einem Reisebus zu befahren, passt nach nur wenigen Jahren heute gerade noch ein Fahrrad durch. Auf dem „Stegskopf“ ist es so gewollt, doch im Wirtschaftswald müssen auch die Wege bewirtschaftet werden. Und erneut gilt, dass Pflege immer günstiger ist als Wege(neu-)bau. Pflanzenteile und Erde behindern das Abtrocknen… …und werden neben den Pfad geschoben. Alexander Pfau sagt, dass es im Wegebau wie beim Heckenschneiden sei: Eine Hecke, an der man zehn Jahre lang niemals Hand angelegt habe, müsse man im Anschluss erst einmal wieder in Form bringen. „Danach geht es dann einfacher“. Und das sei bei Wegekörpern und ihren Profilen genauso. Darunter kommt eine nutzbare Schicht zum Vorschein. Wird die Schicht nur 10 Zentimeter tief aufgerissen… Im Fall des Höhner Waldweges stimmen nach mehreren Überfahrten mit dem „John-Deere“-Schlepper und dem Anbaugrader alle Parameter: Das Lichtraumprofil ist groß genug, die Deckschicht wurde abgetragen, das Material aufgerissen und neu vermischt, anschließend verdichtet. …ist die Verteilung des Materials wieder ausgeglichen… …und es kann verdichtet werden. An dieser Wegeverbindung sind außerdem die Bankette gemulcht worden. Das wiederum verhindert, dass Gräser, die neben dem frisch gepflegten Waldweg wachsen, ständig aufs Neue ihre Samen auf der Fahrbahn verteilen – die dann abermals stark zuwachsen würde. Das Mulchen schafft so quasi eine „Barriere“ zwischen den seitlich wachsenden Pflanzen und dem Weg.Bei Anwendung all dieser Arbeitsschritte, betont Alexander Pfau, könne man im Prinzip mit wenig bis gar keinem Einsatz von neuem Material einen Waldweg immer wieder herstellen und instand halten – anstatt ihn alle zehn oder 15 Jahre neu bauen zu müssen. Nach zwei Überfahrten mit den Rüttelplatten ist der Waldweg vollkommen eben. Fotos (12): Schmalenbach Zur perfekten Wegepflege gehört das Schneiden von Lichtraumprofilen zwingend dazu. HIER WEITERLESEN: Pfau-Nachrichten zum Download

Eine Leidenschaft für so ein Projekt

„Was wir hier gemacht haben, das fällt unter GaLa-Bau, unter Garten- und Landschaftsbau“, beschreibt Klaus-Jürgen Sturm. Drei Wochen lang ist er im August mit seinem Kollegen Fabian Blank auf der Baustelle in Niederroßbach fleißig gewesen. An diesem Nachmittag stehen die beiden Mitarbeiter der Pfau-Tiefbauabteilung kurz vor dem Abschluss der Arbeiten rund um ein privates Neubauhaus. Es ist das Heim der Familie von Claudia und Johannes. Sie hatte sich einen „Familiengarten“ gewünscht, „mit viel Platz für die Kinder, auch die aus der Nachbarschaft“. Und was gibt es hier nun für Möglichkeiten! Selbst ein Schlittenhügel gehört dazu. An diesem modelliert Klaus-Jürgen Sturm gerade letzte Details mit seinem Bagger, zentimetergenau und feinfühlig, gerade so als wäre die 17 Tonnen schwere Baumaschine eine Konditoren-Palette zum Glattstreichen von Torten. „Wir haben hier praktisch ‚auf der grünen Wiese‘ angefangen“, lächelt der erfahrene Pfau-Mitarbeiter. Auf dem sehr großen Grundstück, das das Haus umgibt, „lag ein riesiger Haufen Erde, der unbenutzt war“, wie Sturm es ausdrückt. „Das war der Aushub vom Bau des Wohnhauses, viel, viel Mutterboden – den haben wir gesiebt“ (Anm. d. Red.: siehe auch  „Das ist schon super Zeug!”). Lange überlegten die Bauherren: Was macht man mit der großen Menge Erde? Wegfahren? Wird im Verhältnis zu teuer. Liegenlassen? Kostet zu viel Platz und sieht nicht schön aus, wenn man abends den Feierabend genießt und von der Terrasse aus in den Garten blickt. Die Kinder der Familie hatten zuvor auf dem leicht abfallenden Gelände eine kleine „Schlittenbahn“ – ein paar Meter lang bloß, aber wenn es im Westerwald einmal wieder richtig Winter geben sollte, kann man einige vergnügte Stunden dort zubringen. „Da habe ich gesagt: ‚Dann lasst uns doch eine große Schlittenbahn daraus machen!“, lacht Sturm, „und im Sommer geht es dort mit dem Fahrrad drüber. Im Vorderfeld modellieren wir die Schlittenbahn. Hier hinten wird das Gelände relativ flach, da bekommt der Bauer, dessen Wiese angrenzt, jetzt etwas mehr Fläche und kann hier noch ein bisschen Heu machen“, deutet der Pfau-Fachmann auf das Grundstücksende. Große Steine wurden als Terrassen-Einfassung gesetzt. Der Pool wurde im Erdreich „versenkt“. Der ursprüngliche Hausbau begann 2018, Ende des Folgejahres zog die Familie ein. Danach wurden Pflasterarbeiten direkt am Haus noch erledigt, es entstanden schöne Terrassenflächen und benötigte Wege. „Aber nach der Bauphase brauchten wir dann erst einmal etwas Zeit zum Durchatmen, bevor es an die Außenanlagen geht“, blickt Claudia zurück. „‚Corona‘ kam zwischendurch auch noch. Wir haben unterdessen kreative Ideen gesammelt und überlegt, was wir überhaupt wollen.“ In diesem Sommer sollte es weitergehen auf dem Grundstück. Der Daadener Baumschul- und Gartengestaltungs- betrieb Hebel wird dort in den nächsten Wochen Pflanzungen vornehmen. Viele Gräser, verschiedene Büsche – „eine lockere Bepflanzung, die abwechslungsreich ist“, sei vorgesehen, erläuert die Gartenbesitzerin. „Wir haben mit Hebel gesprochen, dort hat man uns für die Erdarbeiten Pfau empfohlen“, schildert Claudia weiter, „in dieser Dimension braucht man jemanden für die Vorbereitungen, der das Personal und die Maschinen hat.“Kurz darauf sei Uli Pfau, der die Tiefbauabteilung des Kirburger Unternehmens leitet, nach Niederroßbach gekommen, um sich die Vorstellungen der Bauherren anzuhören. „Er hat sich einen Abend Zeit genommen, und wir haben alles durchgesprochen“, erzählt die Hausherrin. So wurden Ideen „einmal rund ums Haus“ gemeinsam entwickelt. Eine davon ist ein runder Pool mit vier Metern Durchmesser, 14.000 Liter Wasser passen rein. Zunächst wurde von Pfau ein Loch für den Pool ausgehoben, denn das Becken sitzt 30 Zentimeter tiefer im Boden, damit der Einstieg nicht so hoch ist. Nach dem Ausschachten setzte Pfau den Pool an den gewünschten Platz, umrahmt von Einfassungen, verschiedenen Schotter- und Splittsorten – ein großartiger, super in die Region passender Kontrast zu den später ringsrum wachsenden Pflanzen und ein gelungener Materialmix.Nebenan gibt es eine praktische Außendusche. Rahmen aus Cortenstahl werden dort zu Trennwand und Sichtschutz. In die vom Gartenboden aufragenden Rechtecke sollen Holzscheite aufgeschichtet werden, so bekommt die Dusche Seitenwände. „Keine Palmen, sondern eine Gestaltung, die in den Westerwald passt“, findet Claudia. Um die gestalterischen Elemente hat Pfau sich ebenso gekümmert wie um die Modellierung des Terrains. „Wir wollen mit der Zufriedenheit aller nach Hause gehen“, unterstreicht Klaus-Jürgen Sturm am letzten Nachmittag auf der Baustelle in Niederroßbach. Fotos: Schmalenbach HIER WEITERLESEN: Pfau-Nachrichten zum Download

„Das ist schon super Zeug!“

Fabian Blank lebt nicht weit von dem Haus in Niederroßbach entfernt, um welches herum die Pfau-Tiefbauabteilung in den zurückliegenden drei Wochen im Garten- und Landschaftsbau geschafft hat (siehe „Eine Leidenschaft für so ein Projekt“): er kommt aus Rennerod. Seit 1. August ist Blank Teil der Tiefbauabteilung von Pfau. Als gelernter Straßenbauer hat er sich bei dem ambitionierten Projekt direkt voll einbringen können. Gerade arbeitet er ein letztes Mal mit einem besonderen Anbauwerkzeug an seinem Bagger, das aus der Entfernung ein bisschen wie eine Kaffeemühle klingt. Im Schaufelseparator bearbeiten angetriebene Wellen die Erde. „Gesteinskörnung, die Grasnabe – egal, was im Erdhaufen drin ist, bleibt im Sieb des Löffels hängen“, erläutert Fabian Blank. Mit dem „Sieblöffel“, so der Fachbegriff, hat er wieder und wieder die noch vom Ausschachten des 2018/19 errichteten Wohnhauses auf dem Niederroßbacher Grundstück übriggebliebene Erde bearbeitet. „Der so aufbereitete, hochwertige Mutterboden ist wunderbar für Rasenflächen und die Gartenanlage“, erklärt der Fachmann. „Der Baumschulbetrieb Hebel, der jetzt nach uns kommt, Gräser und Sträucher setzen und Rasen einsähen wird, hat es damit auch viel leichter, beim Pflanzen benötigte Löcher zu machen, das Pflänzchen hineinzusetzen und mit der Erde wieder zuzudecken. Das ist schon super Zeug, das Gerät einwandfrei!“, sagt der Straßenbauer über den Sieblöffel.Der Baggerlöffel jedoch sei keine einfache Siebschaufel, aus der durch Schütteln feine Erde durch ein darin eingesetztes Gitter nach unten fällt. In dem auch „Schaufelseparator“ genannten Gerät, das die Pfau-Tiefbauabteilung benutzt hat, zermahlen von Hydraulikmotoren angetriebene Wellen die Erde zusätzlich. Das macht sie besonders fein und gleichmäßig, wie man deutlich erkennen kann, wenn man Fabian Blank zusieht: Die Erde rieselt beinahe wie Puderzucker zu Boden. Die aufbereitete Erde ist ideal für die Gartengestaltung. HIER WEITERLESEN: Pfau-Nachrichten zum Download

Trotz Hitze: Holz ist für Besucher interessant

Schüttraummeterpreise und Hartholzanteile sind zwar die am häufigsten angesprochenen Themen bei den Besuchern am Pfau-Stand. Konstantin und Annastasia jedoch finden die Ausmalblätter erheblich interessanter, die es im vor der ersten großen Hitzewelle des Sommers schützenden Zelt des Kirburger Unternehmens, neben Gummibärchen und kühlen Getränken, für Kinder gibt! Der Fünfjährige verleiht der Kippmulde auf dem Vordruck einen typischen, pfauroten Buntstift-Anstrich, während seine Schwester, mit Unterstützung von Vater Alexander, ihr Bild lieber in Grün hält. Es ist natürlich ein Zufall, dass die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft ihren Platz auf den diesjährigen „Westerwälder Holztagen“ direkt gegenüber dem Pfau-Messestand gefunden hat. Doch die Kombination macht eine Reihe Betrachter offenbar nachdenklich: Die Berufsgenossenschaft zeigt mit einem „Kick-Back-Simulator“, wie gefährlich der Motorsägen-Einsatz bei unsachgemäßer Handhabung sein kann.    Etliche Besucher kommen daraufhin ins Grübeln. Sicher, fertiges Brennholz, wie es Pfau seit neuestem auch für Endverbraucher im Angebot und am „Holztage”-Stand in allen Einzelheiten präsentiert hat, mag etwas mehr kosten, als wenn man selbst „Holz macht“. „Wenn man sich allerdings ansieht, was bei laienhaftem Arbeiten passieren kann und außerdem berücksichtigt, dass man nass geschwitzt ist, wenn man ein, zwei Meter fertig hat: dann stellt sich schon die Frage, ob der Aufwand lohnt oder man einfach bequem auf das fertige Brennholz-Angebot zurückgreifen sollte. Zumal man nicht jünger wird!“, schildert ein Paar, das aus Bendorf aufs „Holztage“-Areal im Gelände der Holzwerke van Roje in Oberhonnefeld-Gierend im Landkreis Neuwied gekommen ist, wie es erzählt.   „Was kostet das Holz?“ „Was gibt es für Holz?“ „In welchem Umkreis liefert ihr?“ „Wie viel habt ihr?“ Das seien die Themen und Fragen gewesen, mit denen die meisten Besucher der „Westerwälder Holztage“ an den Pfau-Stand gekommen sind, berichtet Alexander Pfau. Oder ebenso: „Kann ich auch Rundholz haben, so dass ich das zu Hause selbst aufarbeiten kann, aber es nicht mehr selbst aus dem Wald holen muss?“ Gerade beim letzten Punkt sei die Resonanz doch deutlich größer gewesen, als er selbst erwartet habe, betont Pfau. Das neue Brennholz-Angebot für Endverbraucher samt Online-Shop (shop-forst-pfau.de) steht am Pfau-Stand klar im Vordergrund des Besucherinteresses. Die Demonstration der Berufsgenossenschaft gleich gegenüber des Pfau-Standes macht manchen nachdenklich. Zugegebenermaßen sei es ein gewisser Aufwand, einen Stand zu gestalten, das Material aufs Messegelände zu bringen und dort aufzubauen (und am Ende wieder fortzuschaffen), räumt er ein. Außerdem investieren Mitarbeiter am Wochenende – die „Westerwälder Holztage“ finden während eines Samstags und Sonntags statt – viel Zeit, um mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen und alle Fragen kompetent zu beantworten. „Doch aufgrund der Veränderungen der vergangenen Jahre wollen wir uns auch mehr gegenüber Endkunden präsentieren“, erläutert der Firmenchef und denkt dabei an die dramatischen Verwerfungen im deutschen Wald infolge des Klimawandels und Borkenkäfers. Es gehe letztlich darum, ergänzt Alexander Pfau, „dass die Menschen überhaupt wissen, was wir inzwischen alles machen. Früher kannte man uns nur als Dienstleister, der mit dem ‚Harvester‘ die Holzernte erledigt hat. Oder dessen große rote Lkw man auf der Straße vor sich hatte – aber nicht als Partner, der Brennholz für jedermann bis vor die Haustür liefert und das mit einem bequem zu nutzenden Online-Shop möglich macht. Den haben wir unter der Adresse shop-forst-pfau.de eigens eingerichtet, weil sich viele so eine unkomplizierte Bestellmöglichkeit gewünscht hatten.“   HIER WEITERLESEN: Pfau-Nachrichten zum Download

Entspannung bei Pferdemist

Bei aller Begeisterung für Lastkraftwagen: Manches Mal zieht Pascal Mudersbach eine einzige Pferdestärke den Hunderten der Pfau-Lkw vor – und reitet auf einem der drei Pferde, die er gemeinsam mit seiner Frau Jannika in seinem Wohnort Emmerzhausen versorgt. Pascal Mudersbach ist gelernter Speditionskaufmann, er hat seine Ausbildung in Siegen 2005 bis 2008 absolviert. „Ich habe im Lehrbetrieb ein weiters Jahr als Disponent gearbeitet, doch es gab anschließend einen Wechsel in der Geschäftsführung. Im Zuge dieser Umstellung habe ich mich dort verabschiedet.“ Da er schon während seiner Ausbildung parallel den Lkw-Führerschein erworben hatte (Mudersbach: „Den habe ich mir finanziert, indem ich samstags Lastkraftwagen in meinem Ausbildungsbetrieb gewaschen habe“), konnte er ohne Weiteres um- und in verschiedene Fahrerhäuser einsteigen, ist im Anschluss an die Anstellung in Siegen rund fünf Jahre lang Lkw gefahren – „von Siebenhalbtonnern, über Wechselbrücke (Anm. d., Red.: damit ist ein austauschbarer Träger für die Ladung eines Lkw gemeint), irgendwann dann Schwertransporte – lang, breit, hoch, schwer“, schmunzelt er. 2010 jedoch kehrte er erstmals zurück ins Büro. „Da war meine erste Ehefrau schwanger, und so habe ich gesagt, dass ich es nicht mehr möchte, Sonntagabend um zehn Uhr wegzufahren und samstags nach Hause zu kommen. Ohnehin habe ich schließlich auch einen Bürojob gelernt.“ Aus der Entscheidung wurde ein Engagement in Herborn bei einer Stückgutspedition. Dort habe sich die Tätigkeit um Paletten und Kleinsendungen gedreht. Pascal Mudersbach disponierte die entsprechenden Fahrten. Von Herborn führte ihn sein beruflicher Weg nachfolgend nach Haiger zu Firma „STL“: „Da drehte sich alles rein um Schwertransporte.“ Dort kümmerte er sich um die für diese besonderen Beförderungen erforderlichen Dinge – „Ausnahmegenehmigungen, Transportbegleitung, Polizei bestellen. Da bin ich selbst nachts mit raus gefahren, um irgendwo Verkehrsschilder zu ziehen, wenn sie den großen Spezialfahrzeugen im Weg standen“, erinnert sich der Westerwälder. WEITERLESEN… 

Wege schlecht, Reifen kaputt

  „Disposition, so’n bisschen ‚Mädchen für alles‘“, antwortet Pascal Mudersbach augenzwinkernd auf die Frage nach seinen Aufgaben bei der „Pfau GmbH“. Dann wird er – einmal mehr – unterbrochen: Ein oder mehrere Telefone hat er immer in Griffweite, sie klingeln häufig. So wie jetzt: Ein Fahrer vermisst seine Aufträge für den nächsten Tag. Die werden bei dem technisch erstklassig aufgestellten Unternehmen aus Mauden längst digital übermittelt. Mittels Tablet im Führerhaus erfährt jeder Lenker eines Holz-Lkw, wo seine Fracht für den nächsten Tag liegt und wohin er sie bringen soll. Elektronische Karten, ein grafisch aufbereitetes Verzeichnis der über das ganze Land verteilten Polter (Holzstapel) im Wald unterstützen ihn dabei. Die benötigten Daten dafür bringt Pascal Mudersbach an den drei Bildschirmen auf seinem Schreibtisch auf den Weg. Das Verfahren hat „Mudi“, wie ihn alle nennen, einst auf Wochenbasis umzustellen und zu planen versucht. Doch zu viele Unwägbarkeiten – „Wege schlecht, Fahrer krank, das Auto fällt aus, die Zange am Kran funktioniert nicht, der Reifen ist kaputt, der Lkw muss morgens erst in die Werkstatt“, listet er auf – vereitelten das Vorhaben.Manche (Stamm-)Kunden von Pfau erhalten jeden Monat eine definierte Menge Holz. Es gebe dazu Absprachen, auf wie viele Anfuhren sie aufgeteilt werden soll, damit der Sägebetrieb nicht stockt, führt Pascal Mudersbach aus. In der Pfau-Verwaltung bestehe die Aufgabe somit darin, das Holz stets in der benötigten Qualität und Menge, den bestellten Maßen im richtigen Moment verfügbar zu haben und auch die Fahrzeuge so einzusetzen, dass dessen Abholung und der Transport zum Sägewerk in passenden Zeitspannen funktioniert. Spezielle Wünsche wie die Belieferung mit einem Mix aus drei verschiedenen Längen bei einem großen Stammkunden stellen zusätzliche Herausforderungen bei dieser Planung dar. „In diesem Beispiel, an das ich gerade denke, muss der Mix auf den Monat gesehen eingehalten werden. So kann ich etwa bei der einen Länge, die vielleicht gerade als einzige an einem Platz liegt, wohin die Zuwegung zwar besonders schlecht ist, ich aber in der laufenden Woche dennoch drankomme, weil die Sonne geschienen hat und es trocken ist, sagen: Also fahre ich in dieser Woche nur diese eine Länge, und in der nachfolgenden bringe ich die anderen Dimensionen, die der Kunde für den Mix bestellt hat“, erklärt der Disponent.   WEITERLESEN…

In die andere Richtung arbeiten

„Adrian und Claudia machen eine super Arbeit!“, lobt Kevin Koziol das aus Rumänien stammende Ehepaar, „die zwei haben echt Lust auf die Arbeit. Dabei ist sie nicht immer gerade leicht. 90 Hektar in diesem Jahr zu bearbeiten, davon 70 mit der Hand, das ist ein ‚Geknuffe‘, das muss man ehrlich sagen.“ Seit über 13 Jahren ist Koziol Teil des Teams von „Forst Pfau“, hat dort die Einsatzleitung für die maschinelle Holzernte und Wiederaufforstung inne. Mit ihm sprach Uwe Schmalenbach über die Pfau-Dienstleistung, die Adrian und Claudia Todasca gerade auf einer Fläche am „Igelshahn“ erledigen (siehe https://forst-pfau.de/staging/pflanzen-pflegen-einen-herrlichen-wald-sehen/). Eines eurer Haupttätigkeitsgebiete ist zwar die Holzernte. Allerdings habt ihr in der jüngeren Vergangenheit erheblich mehr einschlagen müssen, als euch lieb gewesen ist, oder?Koziol: Ja, natürlich, man musste das Holz einfach machen; große Mengen Schadholz, die aufgrund der Trockenheit und wegen des Borkenkäfers angefallen sind. Daher macht es jetzt besonderen Spaß, anschließend Maßnahmen durchführen zu können, wo wir in die andere Richtung arbeiten und den Wald wieder entstehen lassen helfen dürfen.Testet ihr bei der Wiederaufforstung verschiedene Baumarten, die die früheren Fichtenbestände ersetzen sollen?Koziol: Letztendlich sind wir Dienstleister für den Waldbesitzer, der bestimmt, was angepflanzt werden soll. Wir pflanzen „nur“ und pflegen die Bäume. Im Moment liegt der Fokus auf der natürlichen „Naturverjüngung“. Was bedeutet das?Koziol: Wir schauen: Was kommt von alleine hoch? Man lässt den Wald erst einmal gewähren. Es gibt Bereiche, wo alles „kunterbunt“ wächst.Und ihr macht dann nichts?Koziol: Doch. Man muss pflegen, man muss freistellen, läutern. Und da, wo von alleine nicht viel wächst, pflanzen wir etwas hin – in diesem Fall Douglasien. Wir nutzen viele Laubholzarten, etwa Winterlinde, Eiche, Buche. An diesem Standort hier kommen die allerdings schon ziemlich durch die natürliche Verjüngung hoch. Wenn der Auftraggeber es wünscht, erhält er dann eine Anbauempfehlung von euch?Koziol: Jeder Boden ist unterschiedlich, deswegen ist das ein schwieriges Thema. Es kann sein, dass die Fläche hier sich für diese oder jene Pflanze gut eignet – doch im Gegenhang wäre schon wieder etwas ganz anderes gefragt. Die Anbauempfehlung gibt meistens die Baumschule, wir beziehen die Pflanzen auch von dort. Die Baumschule kann auf ganz andere Erfahrungswerte zurückgreifen. Zudem geben Baumschulen, in Verbindung mit Bodenproben, die sie entnehmen, Anwuchsgarantien und erstatten dem Waldbesitzer Ausfälle. Wir haben uns, nachdem in den nächsten Jahren einfach viel aufgeforstet werden muss, der Dienstleistung pflanzen und pflegen verschrieben. Dazugehörende Tätigkeiten wie etwa den Zaunbau übernehmen wir selbstverständlich ebenso. Wie läuft die Berechnung eurer Arbeiten?Koziol: Ich rechne nach unserem tatsächlichen Aufwand ab, sprich Zeitlohn. Den rechne ich hinterher auf die Pflanze herunter, um einen realistischen Wert zu erhalten. Das ist dem Waldbesitzer wie uns gegenüber fair. Denn es gibt Standorte, da bekommen wir beim Pflanzen recht hohe Stückzahlen in kurzer Zeit hin, weil es dort flach und alles tipp-top geräumt, kein Bewuchs vorhanden ist. An diesem Standort hier zum Beispiel ist alles hoch gewachsen, Schlagabraum liegt auf der Fläche, man kann kaum pflanzen, muss räumen, es dauert alles erheblich länger. Um das aufzufangen, berechnen wir das wirklich nach Aufwand. Das hat sich bisher auch bewährt.  

Pflanzen, pflegen, einen herrlichen Wald sehen

Aus Daaden dringt das Mittagsläuten herüber. Die dortige evangelische Kirche liegt zwar in Sichtweite, doch früher hätte man das keine zwei Kilometer entfernte, malerische Barockgebäude von diesem Standort aus nicht erblicken können: Ein dichter Fichtenwald versperrte auf diesem Hang oberhalb von Biersdorf die Aussicht ins Daadetal. „Früher“, das ist noch gar nicht so lange her, ein paar Jahre nur – bevor vor allem ab 2018 die Trockenheit und der Borkenkäfer Wälder im nördlichen Rheinland-Pfalz massiv schädigten und mehr und mehr Kalamitätsholz eingeschlagen werden musste. Die fachkundige Wiederaufforstung solcher Flächen ist eine der Dienstleistungen von „Forst Pfau“. Adrian Todasca und seine Frau Claudia stapfen eine recht steile Steigung an der Südwestseite des 436 Meter hohen „Igelshahn“ hinauf. „Schlagabraum“, Reste jener einst hier wachsenden (Fichten-)Bäume also, die nach dem Holzeinschlag zurückgelassen wurden, mancher schon recht kräftige Dornenbusch, Farne, einige Wurzeln, zahlreiche Gräser erschweren ihren Weg. Hinter zum Teil mannshohen Ginster und anderen Sträuchern sind die beiden Pfau-Mitarbeiter nicht immer sofort zu entdecken. Lediglich ihre blauen Umhängetaschen schimmern hindurch. In diesen tragen die beiden junge Douglasien mit sich, die sie zum Nachpflanzen auf dem zwischen zwei und drei Hektar großen Areal einer Haubergsgenossenschaft im Norden von Biersdorf benötigen. „Da fehlt einer“, sagt Adrian Todasca, bleibt stehen, holt mit einer Hacke wuchtig über Kopf aus und hackt ein Loch in den Boden vor sich. Aus der blauen Tasche nimmt er eine kleine Douglasie und schneidet als erstes mit einer Schere, die er in einem Lederholster am Gürtel trägt, deren Wurzeln kürzer. „Wenn sie zu lang sind, knicken sie im Boden um, die Pflanze wächst nicht gut an, nimmt kein Wasser auf und geht ein“, erklärt der Fachmann.Vor zwei Jahren wurde die Kalamitätsfläche von „Forst Pfau“ aufgeforstet und anschließend gepflegt, was vor allen Dingen bedeutet hat, sich zu jedem der zierlichen Jungbäume herunterzubücken, ihn „freizustellen“, also drumherum etwas Platz für ihn zu schaffen. Fast 90 Hektar hat der in Mauden beheimatete Dienstleister in diesem Jahr schon auf diese wirklich mühevolle, kleinteilige Art gepflegt… Auf höchstens 20 davon konnte ein maschineller Freischneider eingesetzt werden – ansonsten erfolgte die Arbeit komplett von Hand. „Dadurch gewährleistet man, dass die Bäume, die nicht kaputtgehen sollen, erhalten bleiben“, erläutert Kevin Koziol, der die Einsatzleitung für die Wiederaufforstung bei „Forst Pfau“ inne hat. Derweil ist Adrian Todasca mit der Wurzellänge zufrieden, hat die zierliche Douglasie inzwischen in das vorbereitete Loch gesetzt, es zugekratzt und die Erde etwas festgetreten. Die vor zwei Jahren gepflanzten Bäumchen ringsum seien ganz gut angegangen, nickt er zufrieden.Und tatsächlich sind etliche von ihnen schon fast hüfthoch. Andere hingegen messen vielleicht erst 15, 16 Zentimeter – sind damit sogar erheblich kürzer, als die „Ersatzpflanzen“ in Adrians und Claudias Taschen… „Die ganz kleinen hier sind solche, die nach der Pflanzung vor zwei Jahren zwar zunächst kaputtgegangen sind. Aber nur aus der Kraft der verbliebenen Wurzel ist dann von alleine eine neue Pflanze gewachsen“, schildert Adrian Todasca.Er stammt aus Vatra Dornei im Nordosten Rumäniens und hat im nicht allzu weit von dort entfernten Campulung Moldovenesc fünf Jahre lang an der Forstwirtschaftlichen Hochschule „BUCOVINA“ Forstwirtschaft studiert. Über eine Zeitarbeitsfirma kam er mit „Forst Pfau“ in Kontakt, 2019 ging er erstmals mit dem Logo des Familienunternehmens auf dem Shirt in den Wald und gehört heute fest zum Team. HIER WEITERLESEN:  

Auf höchstem Niveau unterwegs

Eigentlich sind sie fast zu schade, um künftig über Landstraßen und Autobahnen – und in den Wald – zu fahren, wie sie so funkelnagelneu dastehen in der Westerwälder Sonne. Herrlich leuchtet das von einem glänzenden Klarlack überzogene Pfau-Rot der Karosserien, die schwarzen Kühlergrills ergeben einen reizvollen Kontrast dazu: „Forst Pfau“ hat jetzt gleich drei neue Lkw auf einmal in Dienst gestellt, um auf die weiter steigende Nachfrage nach den Leistungen des Familienunternehmens zu reagieren. Kevin Wuttke hat sich aus der Werkstatthalle von „Forst Pfau“ in Kirburg erst einmal Putzlappen und eine große Sprühflasche voll Glasreiniger geholt, ehe er erstmals mit seinem neuen Gefährt zu einem Holztransport aufbrechen wird. „Ich habe gerne den Durchblick“, schmunzelt er doppeldeutig und beginnt, die Scheiben der Krankabine an dem 540er „Volvo“ zu wienern. Dieser Motorwagen ist der Hauptbestandteil des neuen „Kurzholzzuges“, mit dem Wuttke künftig unterwegs sein wird, Rundholzabschnitte damit an praktisch jedem beliebigen Ort auf- und auch wieder abladen kann. Dazu dient eben der besagte Kran, ein „Epsilon M12Z“ des österreichischen Premiumherstellers „Palfinger“, dessen Kabine der tüchtige Fahrer gerade putzt. Diese lässt sich an der Ladestelle hydraulisch hochfahren, damit Kevin Wuttke stets alles im Blick hat. Dabei sitzt er geschützt hinter acht Millimeter starkem „Lexan“-Sicherheitsglas. Selbstverständlich hält die „EPSCAB“ genannte Kabine ebenso Wind und Wetter ab, verfügt über Klimaanlage und Heizung. In den zurückliegenden Wochen wurde unter anderem der Kran dieses Kurzholzzuges bei der in Eslohe- Bremke im Sauerland beheimateten Firma „F. Müller Fahrzeugbau“ an den „Volvo“ montiert (die PFAU-NACHRICHTEN berichteten). Von dort kommt ebenso ein zweites neues Fahrzeug, das „Forst Pfau“ jetzt gleichermaßen in Dienst gestellt hat: ein weiterer „Volvo“ 540, der jedoch mit einer Sattelplatte ausgestattet ist, in Zukunft also Sattelauflieger ziehen wird. „Diese Sattelplatte hat zwei verschiedene Sattelkupplungen“, erklärt Ulrich Pfau und zeigt auf das Heck des neuen Lastwagens. „Wenn man mit dem Langholz fährt“, so Pfau weiter, „kommt die eine runter und der Auflieger wird mit einem Drehkranzlager an der anderen angesattelt. Daneben hat diese Zugmaschine die Lenkung und alles, was man für die Steuerung des Nachläufers braucht, drin.“ Ulrich Pfau deutet auf einen weiteren Anschluss in der Rückwand des „Volvo“, der mit einer olivgrünen Abdeckung verschlossen ist: Das sei wiederum die Verbindung zum Motorwagen für einen besonderen Tieflader, den „Forst Pfau“ bei Bedarf ebenfalls im Einsatz hat. „Dieser Lkw kann vieles fahren und ist ebenso bei Müller aufgebaut worden“, ergänzt der Firmengründer. „Auf jeden Fall“ sei sein neues Fahrzeug schön, nickt Kevin Wuttke. Er ist seit vier Jahren bei „Forst Pfau“ tätig. Zunächst fuhr er Rückezug und „Harvester“, „und nun seit gut zwei Jahren Lkw“, erzählt „Wuddi“ – so lautet sein Spitzname, wie ein kleines Schild hinter der Frontscheibe des Lasters verrät. „Der Kran an diesem neuen Kurzholzzug ist noch besser als mein vorheriger“, unterstreicht „Wuddi“, während er weiter Streifen von der Scheibe der Krankabine wischt. Wie weit man den mit welcher Last ausfahren könne, sei viel Erfahrung, führt der Fahrer dabei aus. „Das hat man irgendwann im Gefühl.“ Kevin Wuttke ist nach einigen weiteren Minuten schließlich mit dem Ergebnis seiner Putzaktion zufrieden und rollt ein Rollo, das am jetzt blanken Fenster der Krankabine außen angebracht ist, herunter. „Das schützt sie während der Fahrt vor Schmutz und Insekten“, erläutert er. Schon erstaunlich, wie viele kleine Details für eine optimale Arbeitsumgebung der Fahrer von „Forst Pfau“ bedacht worden sind. WEITERLESEN…

30 Festmeter in 20 Minuten

Plötzlich beginnt der WLAN-Drucker auf dem Armaturenbrett „Papier auszuspucken“: Felix Wagener ist mit seinem „Volvo“ bei den „Westerwälder Holzpellets“ (WWP) in Langenbach bei Kirburg angekommen, hat seinen „Kurzholzzug“ direkt zum dortigen Rundholzplatz gesteuert und auf dem Tablet neben seinem Lenkrad einen Lieferschein aufgerufen. Den gibt der drahtlos damit verbundene Drucker gerade aus. Mit dem Dokument in der Hand fragt der Fahrer von „Forst Pfau“ bei WWP-Mitarbeitern nach, wo er das mitgebrachte, 2,40 Meter lange Palettenholz abladen soll. 30 Festmeter Holz hat Felix Wagener auf dem Motorwagen und dem Anhänger insgesamt dabei. Der neue Kurzholzzug, den „Fahrzeugbau Müller“ in Eslohe-Bremke für „Forst Pfau“ über die vergangenen Wochen aufgebaut hat (siehe blog), wird in gleicher Weise eingesetzt werden wie das „Auto“ von Felix Wagener, wie er seinen 40-Tonner nennt. 40 Tonnen sind das zulässige Gesamtgewicht, das sich aus dem Leergewicht des Fahrzeugs und der Nutzlast zusammensetzt.Inzwischen weiß der junge Mann im pfauroten Shirt, wo er seine Fracht stapeln soll, rangiert den Kurzholzzug an die Stelle und löst als erstes die Gurte, mit denen er seine hölzerne Ladung für den Transportweg gut gesichert hatte. Mit einem Gurtroller wickelt Wagener die orangen Bänder auf und verstaut sie sorgfältig in seinem Lkw. Dann klettert er geschwind über einen Tritt in das Kranhaus, das am Heck seiner Zugmaschine montiert ist. In der Kabine ist er nicht nur vor Wind und Regen geschützt, sondern hat darin eine (bereits vom Fahrerhaus aus zuschaltbare) Heizung, ebenso eine Klimaanlage und ein Radio.Dem Radioprogramm wendet sich Wagener, der seit fünf Jahren Lkw fährt und von Beginn an mit Holz unterwegs ist, allerdings nicht zu, sondern hat rasch die seitlichen Stützen seines „Autos“ ausgefahren.Es geht nun echt flott: Erst packt der Mitarbeiter von „Forst Pfau“ mit der Zange an seinem Kran etwa die Hälfte aller Abschnitte von seinem Motorwagen und stapelt sie daneben. Danach entlädt er den Anhänger und zum Schluss die übrigen Rundhölzer vom Motorwagen. Gerade einmal 20 Minuten braucht der routinierte Fahrer dafür! WEITERLESEN…  

Ein neuer Kurzholzzug vom vierten Ferdinand

Dieser neue „Volvo 6×4“ für „Forst Pfau“ hat vor kurzem Eslohe-Bremke verlassen: Der Aufbau wurde darauf montiert, das Sattelplattensystem für den Auflieger, die Elektrik, Pneumatik und Hydraulik eingebaut. Auch eine komfortable Funksteuerung, mit der der Sattel gelenkt oder gelöst werden kann, haben die Tüftler im Sauerland integriert. Derlei gebe es nicht serienmäßig vom Lkw-Hersteller, sondern müsse individuell angefertigt werden, erläutert Felix Müller. Derweil hat sein Unternehmen einen weiteren Lkw für den Einsatz bei „Forst Pfau“ ausgerüstet. Wenn Ulrich und Alexander Pfau einen neuen Lkw für den Holztransport brauchen, dann rufen sie gerne im Sauerland an. Im Tal des Flüsschens Wenne liegt dort Bremke, ein 600-Einwohner-Dorf, das zur Gemeinde Eslohe gehört. 100 Meter neben dem Fließgewässer hat die „F. Müller Fahrzeugbau GmbH & Co. KG“ im „Gewerbegebiet Wennetal“ ihren Sitz. In deren Werkhallen ist gerade ein KHZ, ein „Kurzholzzug“ für „Forst Pfau“ aufgebaut worden, der die charakteristisch rote Fahrzeugflotte des Westerwälder Forstdienstleisters in den nächsten Tagen ergänzen wird.„Ich bin schon der vierte Ferdinand“, lacht Felix Müller, dessen Zweitname, der Familientradition folgend, eben Ferdinand lautet. Der Wirtschafts- und Schweißfachingenieur ist Geschäftsführer und Gesellschafter des Sauerländer Fahrzeugbauunternehmens und seit 2021 in der Firma. Es war sein Ur-Opa – wir ahnen es: mit Namen Ferdinand Müller –, der bereits 1919 den Grundstein für den Familienbetrieb legte. Urgroßvater Ferdinand startete recht bescheiden einen kleinen Forstbetrieb, der selbstverständlich in keiner Weise mit einem heutigen, leistungsfähigen Dienstleister wie „Forst Pfau“ vergleichbar war: Lediglich ein Pferdegespann hatte der Firmengründer vor mehr als einem Jahrhundert zur Verfügung, doch damit sammelte er bereits eine Menge Erfahrung beim Transport von Holz aus dem damals noch dichten Wald im Sauerland. So verwundert es nicht, dass „Fahrzeugbau Müller“ sich besonders der Fertigung von Fahrzeugen für die Forstwirtschaft verschrieben hat, „eben weil unsere historische Herkunft das Holzrücken ist“, nickt Felix Müller zustimmend. Im waldreichen Sauerland war es nicht ungewöhnlich, dass viele Menschen den vor ihrer Haustür wachsenden Rohstoff wirtschaftlich nutzten. Als Ferdinand Müllers Sohn Ferdinand, gemeinsam mit Bruder Heinrich, in den 1950er-Jahren in den Familienbetrieb einstieg, da eigneten sich die Geschwister rasch erste Kenntnisse mit ihren (vergleichsweise simplen) Lkw an. Diese führten dazu, dass die seinerzeitigen Müllers erstmals ein Fahrzeug in eigener Konstruktion bauten. Mit dem damals ersonnenen Langholzzug wurde im Prinzip die Basis für den Fahrzeugbau geschaffen. Ein bestehender Nachläufer wurde mit einer hydraulischen Nachlenkung umgerüstet – was zur einstigen Zeit eine kleine Revolution, in jedem Fall aber ein die Möglichkeiten des Fahrers erheblich verbessernder Einfall war. „Das ist etwas gewesen, womit wir einzigartig auf dem Markt waren“, schildert Ferdinand Müller junior, der der dritte Ferdinand in der Reihe ist, „wir waren mit so etwas die ersten!“ Die Idee kam auf dem Markt großartig an, denn sie entstammte aus der praktischen Erfahrung seines Vaters, der durch eigene Holztransporte wusste, worauf es ankam. Ideen, die Müller-Kunden wie „Forst Pfau“ im Alltag nützlich sind, seien so immer wieder aus der Praxis in die Werkstatt getragen worden. Das habe auch damit zu tun, dass der Schwesterbetrieb Heinrich Müller ein Speditionsunternehmen ist. Es war dann nach dem Wechsel von der zweiten zur dritten Generation der Vater Felix Ferdinand Müllers, der den Fahrzeugbau richtig nach vorne brachte. In der Branche kennt man den Schweißfachmann als detailverliebten Tüftler, der Kundenwünsche wieder und wieder umzusetzen weiß. Eine spezielle Kiste am Fahrzeug hier, ein zusätzlicher Tritt da? Kein Problem. Während viele Kunden mit recht genauen Vorstellungen über ihr neues Fahrzeug nach Bremke kommen, brauchen andere Orientierung. Die Beratung sei darum ausgesprochen wichtig, betonen die beiden heute aktiven Müllers, „denn jedes Fahrzeug ist individuell!“ So wie der „Volvo 6×4“ für „Forst Pfau“, wobei „6×4“ bedeute, dass der Lkw sechs Räder an drei Achsen hat, wovon vier Räder angetrieben sind, wie die Fachleute erläutern: Auf dessen Rahmen hat das Fahrzeugbau-Unternehmen einen Bordkran zum Be- und Entladen montiert, der den neuen Kurzholzzug damit unabhängig von Umschlagbaggern oder anderen Ladegerätschaften macht. Das Besondere ist hierbei eine spezielle Kranablage. Durch diese lässt sich der Bordkran bei Nichtgebrauch anders einklappen, weshalb das Fahrzeug längeres Holz befördern kann. „Das sind so Sonder-Sachen, wo wir uns richtig einbringen können“, sagt Felix Müller beinahe beiläufig, obwohl das Detail im Alltag von großer Wirkung ist. „Hier kommen noch Auszugskisten hin“, die sich „Forst Pfau“ eigens als weiteres Zusatzdetail bestellt habe, beschreibt Felix, der „vierte Ferdinand“. Diese Kisten werden nach seiner Darstellung nahe der Abgaseinheit positioniert, die Wärme abstrahlt, „so hat man immer schön trockene Gurte“, erklärt der Schweißingenieur den Sinn. Das sei eines der Beispiele, wie in seinem Fahrzeugbauunternehmen individuelle Kundenwünsche berücksichtigt werden können. Zum Leistungsangebot von „Fahrzeugbau Müller“ gehört nicht nur der Aufbau neuer Fahrzeuge, für den meist drei bis vier Wochen Stahlbau und eine ebenso lange Montage erforderlich sind, sondern gleichermaßen Reparatur und Umbau. Instandgesetzt werde „eigentlich fast alles, vom Rückezug bis zur Raupe“, sagt Felix Müller. Service bei allen denkbaren Schäden sei wichtig, „Forst ist ein raues Feld“, schmunzelt er. Es war Senior-Chef Ulrich Pfau, der einst auf „Fahrzeugbau Müller“ zuging und einen ersten Kontakt knüpfte. Denn Pfau ist seit jeher außerordentlich wichtig, den Mitarbeitern stets bestes Werkzeug und erstklassige Fahrzeuge bereitzustellen, damit sie ihre Arbeit in der von den Kunden am aus Mauden stammenden Unternehmen geschätzten Top-Qualität erledigen können. WEITERLESEN…  

Nach 28 Jahren zu Pfau: „Das Passt!“

Markus Köhler war 28 Jahre lang beim selben Arbeitgeber. Seit Februar dirigiert er Bagger bei Pfau: „Ein Glücksgriff“, wie der Friedewälder findet. Als er einst das Handwerk des Konditors erlernte, da war neben Kreativität wohl vor allem präzises Arbeiten gefragt: Kuppeltorten mit Fondant überziehen, Sahneschnitten mit Früchten ausgarnieren, Petits Fours mit zarten Massen füllen. Eine ruhige Hand braucht der Westerwälder im Job auch heute noch – wenngleich er den ursprünglich erlernten Beruf aufgegeben und Tüllen, Paletten sowie andere Konditor-Werkzeuge gegen ein imposantes 17-Tonnen-Arbeitsgerät der „Pfau GmbH“ eingetauscht hat. Interesse an Baumaschinen? Das habe er schon immer gehabt, erzählt Markus Köhler, bereits als Kind. Seit 29 Jahren ist die Kabine eines Raupenbaggers der Arbeitsplatz des in Friedewald Lebenden. Allerdings führte ihn sein Lebensweg nicht direkt aus der Konditorei in das Fahrerhaus: Zunächst blieb Köhler der Kulinarik treu und schloss in Stuttgart an seine Konditorlehre die zum Koch an. In einem Hotel-Restaurant in der baden-württembergischen Landeshauptstadt arbeitete er sieben Jahre lang am Herd, es folgte ein halbes in Bad Laasphe. „Doch letztlich wurden die Versprechungen, die man mir in meiner Zeit als Koch arbeitgeberseitig gemacht hatte, nicht erfüllt!“, blickt Köhler zurück.Eines Abends sprach ein in der Region tätiger Tiefbauunternehmer den Koch in einer Daadener Kneipe an, ob er nicht bei ihm arbeiten und Baggerfahrer werden wollte. Zwar hatte Köhler bei Bekannten schon einmal so ein Gefährt ausprobiert, dennoch war die Perspektive für ihn neu. Das hielt ihn nicht ab, bereits in der Folgewoche bei dem Tiefbauunternehmen anzufangen. WEITERLESEN…