Entspannung bei Pferdemist

Bei aller Begeisterung für Lastkraftwagen: Manches Mal zieht Pascal Mudersbach eine einzige Pferdestärke den Hunderten der Pfau-Lkw vor – und reitet auf einem der drei Pferde, die er gemeinsam mit seiner Frau Jannika in seinem Wohnort Emmerzhausen versorgt. Pascal Mudersbach ist gelernter Speditionskaufmann, er hat seine Ausbildung in Siegen 2005 bis 2008 absolviert. „Ich habe im Lehrbetrieb ein weiters Jahr als Disponent gearbeitet, doch es gab anschließend einen Wechsel in der Geschäftsführung. Im Zuge dieser Umstellung habe ich mich dort verabschiedet.“ Da er schon während seiner Ausbildung parallel den Lkw-Führerschein erworben hatte (Mudersbach: „Den habe ich mir finanziert, indem ich samstags Lastkraftwagen in meinem Ausbildungsbetrieb gewaschen habe“), konnte er ohne Weiteres um- und in verschiedene Fahrerhäuser einsteigen, ist im Anschluss an die Anstellung in Siegen rund fünf Jahre lang Lkw gefahren – „von Siebenhalbtonnern, über Wechselbrücke (Anm. d., Red.: damit ist ein austauschbarer Träger für die Ladung eines Lkw gemeint), irgendwann dann Schwertransporte – lang, breit, hoch, schwer“, schmunzelt er. 2010 jedoch kehrte er erstmals zurück ins Büro. „Da war meine erste Ehefrau schwanger, und so habe ich gesagt, dass ich es nicht mehr möchte, Sonntagabend um zehn Uhr wegzufahren und samstags nach Hause zu kommen. Ohnehin habe ich schließlich auch einen Bürojob gelernt.“ Aus der Entscheidung wurde ein Engagement in Herborn bei einer Stückgutspedition. Dort habe sich die Tätigkeit um Paletten und Kleinsendungen gedreht. Pascal Mudersbach disponierte die entsprechenden Fahrten. Von Herborn führte ihn sein beruflicher Weg nachfolgend nach Haiger zu Firma „STL“: „Da drehte sich alles rein um Schwertransporte.“ Dort kümmerte er sich um die für diese besonderen Beförderungen erforderlichen Dinge – „Ausnahmegenehmigungen, Transportbegleitung, Polizei bestellen. Da bin ich selbst nachts mit raus gefahren, um irgendwo Verkehrsschilder zu ziehen, wenn sie den großen Spezialfahrzeugen im Weg standen“, erinnert sich der Westerwälder. WEITERLESEN… 

Wege schlecht, Reifen kaputt

  „Disposition, so’n bisschen ‚Mädchen für alles‘“, antwortet Pascal Mudersbach augenzwinkernd auf die Frage nach seinen Aufgaben bei der „Pfau GmbH“. Dann wird er – einmal mehr – unterbrochen: Ein oder mehrere Telefone hat er immer in Griffweite, sie klingeln häufig. So wie jetzt: Ein Fahrer vermisst seine Aufträge für den nächsten Tag. Die werden bei dem technisch erstklassig aufgestellten Unternehmen aus Mauden längst digital übermittelt. Mittels Tablet im Führerhaus erfährt jeder Lenker eines Holz-Lkw, wo seine Fracht für den nächsten Tag liegt und wohin er sie bringen soll. Elektronische Karten, ein grafisch aufbereitetes Verzeichnis der über das ganze Land verteilten Polter (Holzstapel) im Wald unterstützen ihn dabei. Die benötigten Daten dafür bringt Pascal Mudersbach an den drei Bildschirmen auf seinem Schreibtisch auf den Weg. Das Verfahren hat „Mudi“, wie ihn alle nennen, einst auf Wochenbasis umzustellen und zu planen versucht. Doch zu viele Unwägbarkeiten – „Wege schlecht, Fahrer krank, das Auto fällt aus, die Zange am Kran funktioniert nicht, der Reifen ist kaputt, der Lkw muss morgens erst in die Werkstatt“, listet er auf – vereitelten das Vorhaben.Manche (Stamm-)Kunden von Pfau erhalten jeden Monat eine definierte Menge Holz. Es gebe dazu Absprachen, auf wie viele Anfuhren sie aufgeteilt werden soll, damit der Sägebetrieb nicht stockt, führt Pascal Mudersbach aus. In der Pfau-Verwaltung bestehe die Aufgabe somit darin, das Holz stets in der benötigten Qualität und Menge, den bestellten Maßen im richtigen Moment verfügbar zu haben und auch die Fahrzeuge so einzusetzen, dass dessen Abholung und der Transport zum Sägewerk in passenden Zeitspannen funktioniert. Spezielle Wünsche wie die Belieferung mit einem Mix aus drei verschiedenen Längen bei einem großen Stammkunden stellen zusätzliche Herausforderungen bei dieser Planung dar. „In diesem Beispiel, an das ich gerade denke, muss der Mix auf den Monat gesehen eingehalten werden. So kann ich etwa bei der einen Länge, die vielleicht gerade als einzige an einem Platz liegt, wohin die Zuwegung zwar besonders schlecht ist, ich aber in der laufenden Woche dennoch drankomme, weil die Sonne geschienen hat und es trocken ist, sagen: Also fahre ich in dieser Woche nur diese eine Länge, und in der nachfolgenden bringe ich die anderen Dimensionen, die der Kunde für den Mix bestellt hat“, erklärt der Disponent.   WEITERLESEN…

In die andere Richtung arbeiten

„Adrian und Claudia machen eine super Arbeit!“, lobt Kevin Koziol das aus Rumänien stammende Ehepaar, „die zwei haben echt Lust auf die Arbeit. Dabei ist sie nicht immer gerade leicht. 90 Hektar in diesem Jahr zu bearbeiten, davon 70 mit der Hand, das ist ein ‚Geknuffe‘, das muss man ehrlich sagen.“ Seit über 13 Jahren ist Koziol Teil des Teams von „Forst Pfau“, hat dort die Einsatzleitung für die maschinelle Holzernte und Wiederaufforstung inne. Mit ihm sprach Uwe Schmalenbach über die Pfau-Dienstleistung, die Adrian und Claudia Todasca gerade auf einer Fläche am „Igelshahn“ erledigen (siehe https://forst-pfau.de/staging/pflanzen-pflegen-einen-herrlichen-wald-sehen/). Eines eurer Haupttätigkeitsgebiete ist zwar die Holzernte. Allerdings habt ihr in der jüngeren Vergangenheit erheblich mehr einschlagen müssen, als euch lieb gewesen ist, oder?Koziol: Ja, natürlich, man musste das Holz einfach machen; große Mengen Schadholz, die aufgrund der Trockenheit und wegen des Borkenkäfers angefallen sind. Daher macht es jetzt besonderen Spaß, anschließend Maßnahmen durchführen zu können, wo wir in die andere Richtung arbeiten und den Wald wieder entstehen lassen helfen dürfen.Testet ihr bei der Wiederaufforstung verschiedene Baumarten, die die früheren Fichtenbestände ersetzen sollen?Koziol: Letztendlich sind wir Dienstleister für den Waldbesitzer, der bestimmt, was angepflanzt werden soll. Wir pflanzen „nur“ und pflegen die Bäume. Im Moment liegt der Fokus auf der natürlichen „Naturverjüngung“. Was bedeutet das?Koziol: Wir schauen: Was kommt von alleine hoch? Man lässt den Wald erst einmal gewähren. Es gibt Bereiche, wo alles „kunterbunt“ wächst.Und ihr macht dann nichts?Koziol: Doch. Man muss pflegen, man muss freistellen, läutern. Und da, wo von alleine nicht viel wächst, pflanzen wir etwas hin – in diesem Fall Douglasien. Wir nutzen viele Laubholzarten, etwa Winterlinde, Eiche, Buche. An diesem Standort hier kommen die allerdings schon ziemlich durch die natürliche Verjüngung hoch. Wenn der Auftraggeber es wünscht, erhält er dann eine Anbauempfehlung von euch?Koziol: Jeder Boden ist unterschiedlich, deswegen ist das ein schwieriges Thema. Es kann sein, dass die Fläche hier sich für diese oder jene Pflanze gut eignet – doch im Gegenhang wäre schon wieder etwas ganz anderes gefragt. Die Anbauempfehlung gibt meistens die Baumschule, wir beziehen die Pflanzen auch von dort. Die Baumschule kann auf ganz andere Erfahrungswerte zurückgreifen. Zudem geben Baumschulen, in Verbindung mit Bodenproben, die sie entnehmen, Anwuchsgarantien und erstatten dem Waldbesitzer Ausfälle. Wir haben uns, nachdem in den nächsten Jahren einfach viel aufgeforstet werden muss, der Dienstleistung pflanzen und pflegen verschrieben. Dazugehörende Tätigkeiten wie etwa den Zaunbau übernehmen wir selbstverständlich ebenso. Wie läuft die Berechnung eurer Arbeiten?Koziol: Ich rechne nach unserem tatsächlichen Aufwand ab, sprich Zeitlohn. Den rechne ich hinterher auf die Pflanze herunter, um einen realistischen Wert zu erhalten. Das ist dem Waldbesitzer wie uns gegenüber fair. Denn es gibt Standorte, da bekommen wir beim Pflanzen recht hohe Stückzahlen in kurzer Zeit hin, weil es dort flach und alles tipp-top geräumt, kein Bewuchs vorhanden ist. An diesem Standort hier zum Beispiel ist alles hoch gewachsen, Schlagabraum liegt auf der Fläche, man kann kaum pflanzen, muss räumen, es dauert alles erheblich länger. Um das aufzufangen, berechnen wir das wirklich nach Aufwand. Das hat sich bisher auch bewährt.  

Pflanzen, pflegen, einen herrlichen Wald sehen

Aus Daaden dringt das Mittagsläuten herüber. Die dortige evangelische Kirche liegt zwar in Sichtweite, doch früher hätte man das keine zwei Kilometer entfernte, malerische Barockgebäude von diesem Standort aus nicht erblicken können: Ein dichter Fichtenwald versperrte auf diesem Hang oberhalb von Biersdorf die Aussicht ins Daadetal. „Früher“, das ist noch gar nicht so lange her, ein paar Jahre nur – bevor vor allem ab 2018 die Trockenheit und der Borkenkäfer Wälder im nördlichen Rheinland-Pfalz massiv schädigten und mehr und mehr Kalamitätsholz eingeschlagen werden musste. Die fachkundige Wiederaufforstung solcher Flächen ist eine der Dienstleistungen von „Forst Pfau“. Adrian Todasca und seine Frau Claudia stapfen eine recht steile Steigung an der Südwestseite des 436 Meter hohen „Igelshahn“ hinauf. „Schlagabraum“, Reste jener einst hier wachsenden (Fichten-)Bäume also, die nach dem Holzeinschlag zurückgelassen wurden, mancher schon recht kräftige Dornenbusch, Farne, einige Wurzeln, zahlreiche Gräser erschweren ihren Weg. Hinter zum Teil mannshohen Ginster und anderen Sträuchern sind die beiden Pfau-Mitarbeiter nicht immer sofort zu entdecken. Lediglich ihre blauen Umhängetaschen schimmern hindurch. In diesen tragen die beiden junge Douglasien mit sich, die sie zum Nachpflanzen auf dem zwischen zwei und drei Hektar großen Areal einer Haubergsgenossenschaft im Norden von Biersdorf benötigen. „Da fehlt einer“, sagt Adrian Todasca, bleibt stehen, holt mit einer Hacke wuchtig über Kopf aus und hackt ein Loch in den Boden vor sich. Aus der blauen Tasche nimmt er eine kleine Douglasie und schneidet als erstes mit einer Schere, die er in einem Lederholster am Gürtel trägt, deren Wurzeln kürzer. „Wenn sie zu lang sind, knicken sie im Boden um, die Pflanze wächst nicht gut an, nimmt kein Wasser auf und geht ein“, erklärt der Fachmann.Vor zwei Jahren wurde die Kalamitätsfläche von „Forst Pfau“ aufgeforstet und anschließend gepflegt, was vor allen Dingen bedeutet hat, sich zu jedem der zierlichen Jungbäume herunterzubücken, ihn „freizustellen“, also drumherum etwas Platz für ihn zu schaffen. Fast 90 Hektar hat der in Mauden beheimatete Dienstleister in diesem Jahr schon auf diese wirklich mühevolle, kleinteilige Art gepflegt… Auf höchstens 20 davon konnte ein maschineller Freischneider eingesetzt werden – ansonsten erfolgte die Arbeit komplett von Hand. „Dadurch gewährleistet man, dass die Bäume, die nicht kaputtgehen sollen, erhalten bleiben“, erläutert Kevin Koziol, der die Einsatzleitung für die Wiederaufforstung bei „Forst Pfau“ inne hat. Derweil ist Adrian Todasca mit der Wurzellänge zufrieden, hat die zierliche Douglasie inzwischen in das vorbereitete Loch gesetzt, es zugekratzt und die Erde etwas festgetreten. Die vor zwei Jahren gepflanzten Bäumchen ringsum seien ganz gut angegangen, nickt er zufrieden.Und tatsächlich sind etliche von ihnen schon fast hüfthoch. Andere hingegen messen vielleicht erst 15, 16 Zentimeter – sind damit sogar erheblich kürzer, als die „Ersatzpflanzen“ in Adrians und Claudias Taschen… „Die ganz kleinen hier sind solche, die nach der Pflanzung vor zwei Jahren zwar zunächst kaputtgegangen sind. Aber nur aus der Kraft der verbliebenen Wurzel ist dann von alleine eine neue Pflanze gewachsen“, schildert Adrian Todasca.Er stammt aus Vatra Dornei im Nordosten Rumäniens und hat im nicht allzu weit von dort entfernten Campulung Moldovenesc fünf Jahre lang an der Forstwirtschaftlichen Hochschule „BUCOVINA“ Forstwirtschaft studiert. Über eine Zeitarbeitsfirma kam er mit „Forst Pfau“ in Kontakt, 2019 ging er erstmals mit dem Logo des Familienunternehmens auf dem Shirt in den Wald und gehört heute fest zum Team. HIER WEITERLESEN:  

Auf höchstem Niveau unterwegs

Eigentlich sind sie fast zu schade, um künftig über Landstraßen und Autobahnen – und in den Wald – zu fahren, wie sie so funkelnagelneu dastehen in der Westerwälder Sonne. Herrlich leuchtet das von einem glänzenden Klarlack überzogene Pfau-Rot der Karosserien, die schwarzen Kühlergrills ergeben einen reizvollen Kontrast dazu: „Forst Pfau“ hat jetzt gleich drei neue Lkw auf einmal in Dienst gestellt, um auf die weiter steigende Nachfrage nach den Leistungen des Familienunternehmens zu reagieren. Kevin Wuttke hat sich aus der Werkstatthalle von „Forst Pfau“ in Kirburg erst einmal Putzlappen und eine große Sprühflasche voll Glasreiniger geholt, ehe er erstmals mit seinem neuen Gefährt zu einem Holztransport aufbrechen wird. „Ich habe gerne den Durchblick“, schmunzelt er doppeldeutig und beginnt, die Scheiben der Krankabine an dem 540er „Volvo“ zu wienern. Dieser Motorwagen ist der Hauptbestandteil des neuen „Kurzholzzuges“, mit dem Wuttke künftig unterwegs sein wird, Rundholzabschnitte damit an praktisch jedem beliebigen Ort auf- und auch wieder abladen kann. Dazu dient eben der besagte Kran, ein „Epsilon M12Z“ des österreichischen Premiumherstellers „Palfinger“, dessen Kabine der tüchtige Fahrer gerade putzt. Diese lässt sich an der Ladestelle hydraulisch hochfahren, damit Kevin Wuttke stets alles im Blick hat. Dabei sitzt er geschützt hinter acht Millimeter starkem „Lexan“-Sicherheitsglas. Selbstverständlich hält die „EPSCAB“ genannte Kabine ebenso Wind und Wetter ab, verfügt über Klimaanlage und Heizung. In den zurückliegenden Wochen wurde unter anderem der Kran dieses Kurzholzzuges bei der in Eslohe- Bremke im Sauerland beheimateten Firma „F. Müller Fahrzeugbau“ an den „Volvo“ montiert (die PFAU-NACHRICHTEN berichteten). Von dort kommt ebenso ein zweites neues Fahrzeug, das „Forst Pfau“ jetzt gleichermaßen in Dienst gestellt hat: ein weiterer „Volvo“ 540, der jedoch mit einer Sattelplatte ausgestattet ist, in Zukunft also Sattelauflieger ziehen wird. „Diese Sattelplatte hat zwei verschiedene Sattelkupplungen“, erklärt Ulrich Pfau und zeigt auf das Heck des neuen Lastwagens. „Wenn man mit dem Langholz fährt“, so Pfau weiter, „kommt die eine runter und der Auflieger wird mit einem Drehkranzlager an der anderen angesattelt. Daneben hat diese Zugmaschine die Lenkung und alles, was man für die Steuerung des Nachläufers braucht, drin.“ Ulrich Pfau deutet auf einen weiteren Anschluss in der Rückwand des „Volvo“, der mit einer olivgrünen Abdeckung verschlossen ist: Das sei wiederum die Verbindung zum Motorwagen für einen besonderen Tieflader, den „Forst Pfau“ bei Bedarf ebenfalls im Einsatz hat. „Dieser Lkw kann vieles fahren und ist ebenso bei Müller aufgebaut worden“, ergänzt der Firmengründer. „Auf jeden Fall“ sei sein neues Fahrzeug schön, nickt Kevin Wuttke. Er ist seit vier Jahren bei „Forst Pfau“ tätig. Zunächst fuhr er Rückezug und „Harvester“, „und nun seit gut zwei Jahren Lkw“, erzählt „Wuddi“ – so lautet sein Spitzname, wie ein kleines Schild hinter der Frontscheibe des Lasters verrät. „Der Kran an diesem neuen Kurzholzzug ist noch besser als mein vorheriger“, unterstreicht „Wuddi“, während er weiter Streifen von der Scheibe der Krankabine wischt. Wie weit man den mit welcher Last ausfahren könne, sei viel Erfahrung, führt der Fahrer dabei aus. „Das hat man irgendwann im Gefühl.“ Kevin Wuttke ist nach einigen weiteren Minuten schließlich mit dem Ergebnis seiner Putzaktion zufrieden und rollt ein Rollo, das am jetzt blanken Fenster der Krankabine außen angebracht ist, herunter. „Das schützt sie während der Fahrt vor Schmutz und Insekten“, erläutert er. Schon erstaunlich, wie viele kleine Details für eine optimale Arbeitsumgebung der Fahrer von „Forst Pfau“ bedacht worden sind. WEITERLESEN…

30 Festmeter in 20 Minuten

Plötzlich beginnt der WLAN-Drucker auf dem Armaturenbrett „Papier auszuspucken“: Felix Wagener ist mit seinem „Volvo“ bei den „Westerwälder Holzpellets“ (WWP) in Langenbach bei Kirburg angekommen, hat seinen „Kurzholzzug“ direkt zum dortigen Rundholzplatz gesteuert und auf dem Tablet neben seinem Lenkrad einen Lieferschein aufgerufen. Den gibt der drahtlos damit verbundene Drucker gerade aus. Mit dem Dokument in der Hand fragt der Fahrer von „Forst Pfau“ bei WWP-Mitarbeitern nach, wo er das mitgebrachte, 2,40 Meter lange Palettenholz abladen soll. 30 Festmeter Holz hat Felix Wagener auf dem Motorwagen und dem Anhänger insgesamt dabei. Der neue Kurzholzzug, den „Fahrzeugbau Müller“ in Eslohe-Bremke für „Forst Pfau“ über die vergangenen Wochen aufgebaut hat (siehe blog), wird in gleicher Weise eingesetzt werden wie das „Auto“ von Felix Wagener, wie er seinen 40-Tonner nennt. 40 Tonnen sind das zulässige Gesamtgewicht, das sich aus dem Leergewicht des Fahrzeugs und der Nutzlast zusammensetzt.Inzwischen weiß der junge Mann im pfauroten Shirt, wo er seine Fracht stapeln soll, rangiert den Kurzholzzug an die Stelle und löst als erstes die Gurte, mit denen er seine hölzerne Ladung für den Transportweg gut gesichert hatte. Mit einem Gurtroller wickelt Wagener die orangen Bänder auf und verstaut sie sorgfältig in seinem Lkw. Dann klettert er geschwind über einen Tritt in das Kranhaus, das am Heck seiner Zugmaschine montiert ist. In der Kabine ist er nicht nur vor Wind und Regen geschützt, sondern hat darin eine (bereits vom Fahrerhaus aus zuschaltbare) Heizung, ebenso eine Klimaanlage und ein Radio.Dem Radioprogramm wendet sich Wagener, der seit fünf Jahren Lkw fährt und von Beginn an mit Holz unterwegs ist, allerdings nicht zu, sondern hat rasch die seitlichen Stützen seines „Autos“ ausgefahren.Es geht nun echt flott: Erst packt der Mitarbeiter von „Forst Pfau“ mit der Zange an seinem Kran etwa die Hälfte aller Abschnitte von seinem Motorwagen und stapelt sie daneben. Danach entlädt er den Anhänger und zum Schluss die übrigen Rundhölzer vom Motorwagen. Gerade einmal 20 Minuten braucht der routinierte Fahrer dafür! WEITERLESEN…  

Ein neuer Kurzholzzug vom vierten Ferdinand

Dieser neue „Volvo 6×4“ für „Forst Pfau“ hat vor kurzem Eslohe-Bremke verlassen: Der Aufbau wurde darauf montiert, das Sattelplattensystem für den Auflieger, die Elektrik, Pneumatik und Hydraulik eingebaut. Auch eine komfortable Funksteuerung, mit der der Sattel gelenkt oder gelöst werden kann, haben die Tüftler im Sauerland integriert. Derlei gebe es nicht serienmäßig vom Lkw-Hersteller, sondern müsse individuell angefertigt werden, erläutert Felix Müller. Derweil hat sein Unternehmen einen weiteren Lkw für den Einsatz bei „Forst Pfau“ ausgerüstet. Wenn Ulrich und Alexander Pfau einen neuen Lkw für den Holztransport brauchen, dann rufen sie gerne im Sauerland an. Im Tal des Flüsschens Wenne liegt dort Bremke, ein 600-Einwohner-Dorf, das zur Gemeinde Eslohe gehört. 100 Meter neben dem Fließgewässer hat die „F. Müller Fahrzeugbau GmbH & Co. KG“ im „Gewerbegebiet Wennetal“ ihren Sitz. In deren Werkhallen ist gerade ein KHZ, ein „Kurzholzzug“ für „Forst Pfau“ aufgebaut worden, der die charakteristisch rote Fahrzeugflotte des Westerwälder Forstdienstleisters in den nächsten Tagen ergänzen wird.„Ich bin schon der vierte Ferdinand“, lacht Felix Müller, dessen Zweitname, der Familientradition folgend, eben Ferdinand lautet. Der Wirtschafts- und Schweißfachingenieur ist Geschäftsführer und Gesellschafter des Sauerländer Fahrzeugbauunternehmens und seit 2021 in der Firma. Es war sein Ur-Opa – wir ahnen es: mit Namen Ferdinand Müller –, der bereits 1919 den Grundstein für den Familienbetrieb legte. Urgroßvater Ferdinand startete recht bescheiden einen kleinen Forstbetrieb, der selbstverständlich in keiner Weise mit einem heutigen, leistungsfähigen Dienstleister wie „Forst Pfau“ vergleichbar war: Lediglich ein Pferdegespann hatte der Firmengründer vor mehr als einem Jahrhundert zur Verfügung, doch damit sammelte er bereits eine Menge Erfahrung beim Transport von Holz aus dem damals noch dichten Wald im Sauerland. So verwundert es nicht, dass „Fahrzeugbau Müller“ sich besonders der Fertigung von Fahrzeugen für die Forstwirtschaft verschrieben hat, „eben weil unsere historische Herkunft das Holzrücken ist“, nickt Felix Müller zustimmend. Im waldreichen Sauerland war es nicht ungewöhnlich, dass viele Menschen den vor ihrer Haustür wachsenden Rohstoff wirtschaftlich nutzten. Als Ferdinand Müllers Sohn Ferdinand, gemeinsam mit Bruder Heinrich, in den 1950er-Jahren in den Familienbetrieb einstieg, da eigneten sich die Geschwister rasch erste Kenntnisse mit ihren (vergleichsweise simplen) Lkw an. Diese führten dazu, dass die seinerzeitigen Müllers erstmals ein Fahrzeug in eigener Konstruktion bauten. Mit dem damals ersonnenen Langholzzug wurde im Prinzip die Basis für den Fahrzeugbau geschaffen. Ein bestehender Nachläufer wurde mit einer hydraulischen Nachlenkung umgerüstet – was zur einstigen Zeit eine kleine Revolution, in jedem Fall aber ein die Möglichkeiten des Fahrers erheblich verbessernder Einfall war. „Das ist etwas gewesen, womit wir einzigartig auf dem Markt waren“, schildert Ferdinand Müller junior, der der dritte Ferdinand in der Reihe ist, „wir waren mit so etwas die ersten!“ Die Idee kam auf dem Markt großartig an, denn sie entstammte aus der praktischen Erfahrung seines Vaters, der durch eigene Holztransporte wusste, worauf es ankam. Ideen, die Müller-Kunden wie „Forst Pfau“ im Alltag nützlich sind, seien so immer wieder aus der Praxis in die Werkstatt getragen worden. Das habe auch damit zu tun, dass der Schwesterbetrieb Heinrich Müller ein Speditionsunternehmen ist. Es war dann nach dem Wechsel von der zweiten zur dritten Generation der Vater Felix Ferdinand Müllers, der den Fahrzeugbau richtig nach vorne brachte. In der Branche kennt man den Schweißfachmann als detailverliebten Tüftler, der Kundenwünsche wieder und wieder umzusetzen weiß. Eine spezielle Kiste am Fahrzeug hier, ein zusätzlicher Tritt da? Kein Problem. Während viele Kunden mit recht genauen Vorstellungen über ihr neues Fahrzeug nach Bremke kommen, brauchen andere Orientierung. Die Beratung sei darum ausgesprochen wichtig, betonen die beiden heute aktiven Müllers, „denn jedes Fahrzeug ist individuell!“ So wie der „Volvo 6×4“ für „Forst Pfau“, wobei „6×4“ bedeute, dass der Lkw sechs Räder an drei Achsen hat, wovon vier Räder angetrieben sind, wie die Fachleute erläutern: Auf dessen Rahmen hat das Fahrzeugbau-Unternehmen einen Bordkran zum Be- und Entladen montiert, der den neuen Kurzholzzug damit unabhängig von Umschlagbaggern oder anderen Ladegerätschaften macht. Das Besondere ist hierbei eine spezielle Kranablage. Durch diese lässt sich der Bordkran bei Nichtgebrauch anders einklappen, weshalb das Fahrzeug längeres Holz befördern kann. „Das sind so Sonder-Sachen, wo wir uns richtig einbringen können“, sagt Felix Müller beinahe beiläufig, obwohl das Detail im Alltag von großer Wirkung ist. „Hier kommen noch Auszugskisten hin“, die sich „Forst Pfau“ eigens als weiteres Zusatzdetail bestellt habe, beschreibt Felix, der „vierte Ferdinand“. Diese Kisten werden nach seiner Darstellung nahe der Abgaseinheit positioniert, die Wärme abstrahlt, „so hat man immer schön trockene Gurte“, erklärt der Schweißingenieur den Sinn. Das sei eines der Beispiele, wie in seinem Fahrzeugbauunternehmen individuelle Kundenwünsche berücksichtigt werden können. Zum Leistungsangebot von „Fahrzeugbau Müller“ gehört nicht nur der Aufbau neuer Fahrzeuge, für den meist drei bis vier Wochen Stahlbau und eine ebenso lange Montage erforderlich sind, sondern gleichermaßen Reparatur und Umbau. Instandgesetzt werde „eigentlich fast alles, vom Rückezug bis zur Raupe“, sagt Felix Müller. Service bei allen denkbaren Schäden sei wichtig, „Forst ist ein raues Feld“, schmunzelt er. Es war Senior-Chef Ulrich Pfau, der einst auf „Fahrzeugbau Müller“ zuging und einen ersten Kontakt knüpfte. Denn Pfau ist seit jeher außerordentlich wichtig, den Mitarbeitern stets bestes Werkzeug und erstklassige Fahrzeuge bereitzustellen, damit sie ihre Arbeit in der von den Kunden am aus Mauden stammenden Unternehmen geschätzten Top-Qualität erledigen können. WEITERLESEN…  

Nach 28 Jahren zu Pfau: „Das Passt!“

Markus Köhler war 28 Jahre lang beim selben Arbeitgeber. Seit Februar dirigiert er Bagger bei Pfau: „Ein Glücksgriff“, wie der Friedewälder findet. Als er einst das Handwerk des Konditors erlernte, da war neben Kreativität wohl vor allem präzises Arbeiten gefragt: Kuppeltorten mit Fondant überziehen, Sahneschnitten mit Früchten ausgarnieren, Petits Fours mit zarten Massen füllen. Eine ruhige Hand braucht der Westerwälder im Job auch heute noch – wenngleich er den ursprünglich erlernten Beruf aufgegeben und Tüllen, Paletten sowie andere Konditor-Werkzeuge gegen ein imposantes 17-Tonnen-Arbeitsgerät der „Pfau GmbH“ eingetauscht hat. Interesse an Baumaschinen? Das habe er schon immer gehabt, erzählt Markus Köhler, bereits als Kind. Seit 29 Jahren ist die Kabine eines Raupenbaggers der Arbeitsplatz des in Friedewald Lebenden. Allerdings führte ihn sein Lebensweg nicht direkt aus der Konditorei in das Fahrerhaus: Zunächst blieb Köhler der Kulinarik treu und schloss in Stuttgart an seine Konditorlehre die zum Koch an. In einem Hotel-Restaurant in der baden-württembergischen Landeshauptstadt arbeitete er sieben Jahre lang am Herd, es folgte ein halbes in Bad Laasphe. „Doch letztlich wurden die Versprechungen, die man mir in meiner Zeit als Koch arbeitgeberseitig gemacht hatte, nicht erfüllt!“, blickt Köhler zurück.Eines Abends sprach ein in der Region tätiger Tiefbauunternehmer den Koch in einer Daadener Kneipe an, ob er nicht bei ihm arbeiten und Baggerfahrer werden wollte. Zwar hatte Köhler bei Bekannten schon einmal so ein Gefährt ausprobiert, dennoch war die Perspektive für ihn neu. Das hielt ihn nicht ab, bereits in der Folgewoche bei dem Tiefbauunternehmen anzufangen. WEITERLESEN…

Wegebau-Team beseitigt Verwüstungen

Eigentlich hatte Dirk Schmidt am Montagmorgen gleich um sieben mit seinem Team aufbrechen wollen.Maastricht war das Ziel, der Bus bestellt. Doch am Vorabend, es war der 7. Mai des Jahres, kam plötzlich seine Frau zu ihm, als er noch einige Büroarbeiten erledigte: „Wir müssen etwas machen! Die Bach, die steigt und steigt!“ Zunächst beruhigte Schmidt die Gemahlin, doch irgendwann wurde klar: Nicht nur der Betriebsausflug fällt buchstäblich ins Wasser – ganz Daaden wird von einem ungewöhnlichen Hochwasser heimgesucht, das nicht mehr nur aus Friedewälder und Daadenbach strömte, sondern ebenso verschiedene Hänge herablief. Binnen kurzer Zeit stand der 150 Quadratmeter große Keller unter der Metzgerei und dem Wohnhaus von Dirk Schmidt bis zur Decke randvoll unter Wasser. Ja, es sprudelte fontänenartig aus dessen Lichtschächten heraus! Ein ausgesprochen kräftiges Gewitter hatte die Kette der Zerstörung ausgelöst. Das Unwetter zog auch nach einiger Zeit nicht weiter, das Wasser kam aus allen Himmelsrichtungen. Die sonst kleinen Fließgewässer der Stadt förderten Geröll und Treibgut talwärts, Brücken und Durchlässe setzten sich zu, das Wasser staute sich deswegen zusätzlich. Zahlreiche Wohn- und Geschäftsgebäude wurden in Mitleidenschaft gezogen – so wie der Betrieb von Dirk Schmidt: Alle Kühlaggregate der Metzgerei befanden sich im Keller – und waren „von jetzt auf gleich“ wegen der Überflutung nicht mehr funktionstüchtig. „Ich habe also ab dem 8. Mai keine Kühlung mehr gehabt“, schildert Schmidt, was das Aus für jede handwerkliche Fleisch- und Wurstwarenproduktion bedeutet. Das Team, das doch in geselliger Runde nach Maastricht hatte fahren wollen, rettete stattdessen am Montagmorgen, was zu retten war, löste noch zwei komplette Rinder aus, die sich im Lager befanden. „Schinken oder Salami macht es nichts, wenn sie fünf Wochen länger liegen. Aber Fleischwurst, Aufschnitt et cetera würden ohne Kühlung schnell verderben“, erklärt der Fleisch-Sommelier. Darum beluden er und seine Mitarbeiter den kompletten Verkaufswagen der Metzgerei, und brachten die verpackten Lebensmittel als Spende zur Betzdorfer Tafel. Insgesamt fuhr er dreimal dorthin, damit wenigstens nicht alle noch absolut einwandfreien Lebensmittel mangels Kühlung verdarben, sondern verteilt und verzehrt werden konnten. Was bei der Tafel nicht unterzubringen war, wurde in zwei flugs ausgeliehene Kühlanhänger umgeräumt. „Dann hatte ich die Metzgerei auf zwei Kühlanhänger verteilt, auf vier mal zwei Meter geschrumpft“, schmunzelt Dirk Schmidt. Dennoch: Fünf Wochen lang musste er schließen. Unabhängig davon, dass die Versicherung die sogenannten Elementarschäden wohl ersetzen wird: Der Umsatzausfall etwa durch nicht verkauftes Grillgut zu den jüngsten Feiertagen wird nie mehr auszugleichen sein. Darüber hinaus hat das Wasser, nachdem es von der Feuerwehr abgepumpt worden ist, beträchtlichen Schaden hinterlassen: alle Fliesen im Keller der Metzgerei mussten raus, der Estrich ebenso, sämtliche Wände sind abzuschleifen. Ob davon überhaupt alle im Keller stehenbleiben können, steht noch nicht endgültig fest. Auf den Keller wird Dirk Schmidt deshalb so oder so weitere drei Monate lang verzichten müssen. Zwei Container auf einem nahen Parkplatz dienen derweil als provisorisches Lager für Verpackungen oder Utensilien für den Partyservice und ebenso teilweise als Umkleide. „Das war alles im Keller“, sagt der Metzgermeister. „Wir hatten keine Schürzen und Blusen für die Verkäuferinnen mehr, keine Hygienekleidung für die Männer – alles war unten im Keller. „Es fängt beim Holzbrett an. Es ist nichts mehr da! Stühle fürs nächste Grillseminar? Alles weg!“ „Weg“ war nach dem Unwetter auch so mancher Weg in und um Daaden: Gräben und Sickerflächen konnten so viel Wasser in so kurzer Zeit nicht aufnehmen und ableiten. WEITERLESEN…